Prostituiertenmorde im Kreis Cuxhaven: Zwei Autos rücken in den Fokus
KREIS CUXHAVEN. Bei zwei getöteten Prostituierten aus Bremerhaven rücken ein BMW und ein Polo in den Fokus. Auch "grenzüberschreitende" Sex-Wünsche spielen eine Rolle.
Mord vor 28 Jahren
Die damals 22 Jahre alte Vanessa Wardelmann, Prostituierte in der Van-Heukelum-Straße in Bremerhaven, wurde vor knapp 30 Jahren getötet. Die junge Frau soll am 24. September 1992 gegen 20 Uhr in einen dunkelblauen Kleinwagen gestiegen sein.
Leiche an der A27
Zwei Tage später wurde ihre Leiche am Fluss Lune in der Gemeinde Loxstedt in der Nähe der Abfahrt Bremerhaven-Süd / Nesse an der A27 entdeckt. Daher sucht die Polizei nun nach einem dunkelblauen VW Polo.
Roter 3er-BMW
Auch ein roter 3er-BMW rückt in den Fokus der Ermittlungen. Die damals 26-jährige Anja Witt, ebenfalls Prostituierte in Bremerhaven, starb etwa sieben Monate nach Vanessa Wardelmann. Ihre Leiche wurde am 9. Mai 1993 in einem Waldstück an der B215 in der Nähe der A27 an der Ausfahrt Verden-Nord gefunden.
300 Fahrzeughalter im Fokus
Derzeit überprüft die Polizei rund 300 Fahrzeughalter, die damals einen roten 3er-BMW besessen haben und aus dem Bereich Cuxhaven kommen. Der Wagen war einer Zeugin im Fall Witt aufgefallen.
Rund 200 Hinweise
Die Fälle von 1992 und 1993 werden momentan von der Polizeiinspektion Cuxhaven wieder neu aufgerollt. Die Ermittlungsgruppe "Cold Case" in Cuxhaven hat zu den Morden in den vergangenen Monaten rund 200 Hinweise erhalten.
Verbindung zum Rotlichtmilieu
Die Ermittler hätten nach Polizeiangaben "schon mit zahlreichen Männern gesprochen und Speichelproben entnommen". Die überprüften Männer sollen damals eine Verbindung zum Bremerhavener Rotlichtmilieu gehabt haben. Die Proben werden beim Landeskriminalamt Niedersachsen mit den DNA-Spuren abgeglichen, die 1992 und 1993 an den Fundorten der beiden Frauenleichen gesichert wurden.
Polizei gibt nicht auf
"Wir geben nicht auf", verspricht Kriminalhauptkommissar Rainer Brenner, der die Ermittlungsgruppe leitet. "Wir werden jede Möglichkeit in Erwägung ziehen, um die Fälle aufzuklären. Wir suchen nur noch das fehlende Puzzleteil, um den Täter zu identifizieren."
Grenzüberschreitende Sex-Wünsche
Auch spezielle Sex-Praktiken spielen bei der Aufklärung der Tat eine Rolle. Ermittlungsleiter Brenner suche nach Personen, die "von Freiern berichten können, die mit speziellen, grenzüberschreitenden sexuellen Wünschen aufgefallen sind - zum Beispiel durch Würgen, Fesseln oder Knebeln".
Zeugen gesucht
Hinweise nehmen die Polizei Cuxhaven unter Telefon (0 47 21) 57 32 00 und jede andere Polizeidienststelle entgegen.
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