Erst kürzlich war das Duhner Loch Schauplatz eines Protests der Wattwagenfahrer. Jetzt will das Land reagieren. Foto: Anders
Erst kürzlich war das Duhner Loch Schauplatz eines Protests der Wattwagenfahrer. Jetzt will das Land reagieren. Foto: Anders
Wattwagenfahrer in Not

Umweltminister Lies: Land plant Lösung für das Duhner Loch

23.07.2021

CUXHAVEN. Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) versprach den in ihrer Existens bedrohten Cuxhavener und Neuwerker Wattwagenbetreibern, eine Lösung für den immer tiefer werdenden Priel, das Duhner Loch zu finden. Allerdings nicht mehr in diesem Jahr. 

Mit Spannung war der Besuch von SPD-Umweltminister Olaf Lies von den Betroffenen erwartet worden. Die erfuhren bei einem Meinungsaustausch am Mittwoch im Restaurant Leuchtfeuer in Duhnen, dass die Landesregierung Geld bereitstellen werde, um die Passierbarkeit des sogenannten Duhner Lochs (eines besonders tiefen Priels auf dem Weg nach Neuwerk) zu verbessern.

Mächtigkeit des Watt-Sediments feststellen

In Zusammenarbeit mit dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt und dem NLWKN sollen Umfang, Ausführung und Kosten der Maßnahme vereinbart werden. Mit einem Baubeginn für dieses Jahr sei allerdings nicht mehr zu rechnen, sagte Lies nach der Besprechung mit Vertretern der Wattwagenfahrer und der Insel Neuwerk. Vielmehr müsse zunächst einmal die Mächtigkeit des weichen Watt-Sediments an besagter Stelle festgestellt werden.

Damm über das Duhner Loch

Ziel sei es, das weiche Material abzuräumen und gegen je eine Lage Sand und Muschelkalk zu ersetzen. Der so geschaffene Damm soll den Wattwagenfahrern und Wattwanderern eine gefahrlose Passage bei Niedrigwasser ermöglichen. In der Vergangenheit hatten die Fuhrwerke immer wieder Probleme, den tiefer werdenden Priel zu passieren (wir berichteten).

Baumaterialien naturnah

In den Planungen hatte sich der NLWKN gegen ein festes Bauwerk oder gar eine Brücke ausgesprochen. Auch die Baumaterialien sollen möglichst naturnah gewählt werden, da man sich an besagter Stelle mitten im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer befinde, so Lies. Noch nicht geklärt sei, ob die Arbeiten von der Wasser- oder Landseite ausgeführt werden.

Chance Biosphärenreservat

Ein bei den betroffenen Anliegern ebenso heiß diskutiertes Thema ist die geplante Ausweitung des Biosphärenreservats, das sich künftig an den Nationalpark Wattenmeer im Bereich Duhner Heide bis Berensch anschließen soll. In der Entwicklungszone sollen Nachhaltigkeitskonzepte ausprobiert werden, bei denen die Nutzung durch den Menschen vor dem Naturschutz rangiert. Durch Aufklärung und Transparenz will Lies für Akzeptanz insbesondere bei den Landwirten werben. Die erhielten neue Perspektiven zum Beispiel durch Schäferei, Kutschfahrten und Rinderzucht in der Heide.

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