Cuxhavenerin hält an Petition für die Alte Liebe fest
Eine im Rat vorgestellte Lösung für die sanierungsbedürftige Alte Liebe stößt bei der Initiatorin einer Petition nicht auf Gegenliebe. "So geht das definitiv nicht", zog die Cuxhavenerin Nicole Antons am Montag gegenüber der CN/NEZ-Redaktion Bilanz.
Den überarbeiteten Sanierungsplan, den NPorts am vergangenen Donnerstag in öffentlicher Sitzung vorgestellt hatte, bezeichnete sie als Beschwichtigungsversuch: "Damit wir Ruhe geben", sei dieser Entwurf gezeichnet worden, mutmaßte die Cuxhavenerin, die zu Wochenbeginn mehr als 9.400 Unterschriften hinter der Forderung nach einem Erhalt des Alte Liebe-Oberdecks versammelt hatte. Die Petition laufe weiter, bekräftigte Antons. Eine Nachfrage, ob sich das Land zum Fortgang des Verfahrens geäußert habe, ließ sie am Montag unbeantwortet.
NPorts hat berechnet, "was geht"
Die Hafengesellschaft hatte schon in der Vorwoche auf dieses Anliegen reagiert: Die ursprünglich nur noch eingeschossig konzipierte "neue" Alte Liebe war, wie berichtet, um eine zusätzliche Ebene ergänzt worden, die als Wetterschutz und als Aussichtsplattform dienen soll. "Hinaufgezaubert" habe man dieses zweite (und mit 24 x 4 Metern kleiner als das Original dimensionierte) Deck, ärgerte sich die Initiatorin, die NPorts darüber hinaus ankreidet, dass die Petitanten nicht in die jüngsten Überlegungen einbezogen wurden. Aus sie wirkt der im Rat vorgestellte Kompromissvorschlag, durch den sich Sanierungskosten von 5 Millionen auf 5,5 Millionen verteuert, wie eine "zwischen Tür und Angel" entstandene Lösung.
Der Vorstellung von einem mit der heißen Nadel gestrickten Kompromiss stehen NPorts-Angaben entgegen: Genau durchgerechnet worden sei das derzeitige Modell, hieß es schon in der Vorwoche. Niederlassungsleiter Knut Kokkelink wies unter anderem darauf hin, dass das Ständerwerk für das hinzugefügte "Dach" aus Flutschutzgründen so massiv ausgeführt werden muss, dass es auch die nun eingeführte begehbare Lösung trägt. In puncto Gesamtgewicht bewege man sich dabei noch im grünen Bereich, unterstrich Kokkelink gegenüber unserer Redaktion. Dass dem künftigen Oberdeck Grenzen gesetzt sind, hängt mit der Tragfähigkeit einer aus Stahlpfählen bestehenden Unterkonstruktion der Alten Liebe zusammen. Laut NPorts sind diese Pfähle intakt - anders als die auf ihnen ruhende Betonplatte, die durch ein deutlich stärkeres Modell ersetzt werden soll. Vornehmlich geht es dabei darum, das Bauwerk zu erhöhen, um Überflutungsszenarien in Zukunft auf ein Minimum zu reduzieren.
Forderung: Alte Liebe "so oder so ähnlich" erhalten
"Höher" heißt mehr Beton - und deshalb auch schwerer. Hierdurch verringern sich Spielräume für das Gewicht der hölzernen Aufbauten. Die Petitantin hingegen vertritt die Auffassung, dass es auch leichter ginge - etwa, wenn man den Unterbau mit anderen Materialien realisieren würde. Damit würde es aus ihrer Sicht möglich, die Alte Liebe ähnlich ihres heutigen Zustands zu erhalten.
Dass das Bauwerk nicht nur für Einheimische, sondern auch für Cuxhaven-Gäste einen besonderen Reiz birgt, bestätigte sich einmal mehr zu Wochenbeginn. An Ort und Stelle verglichen Urlauber aus Wuppertal die Debatte um die Alte Liebe mit Diskussionen, die es zuhause zum Erhaltungszustand der Schwebebahn gegeben habe. Dass sich ihr Lieblingsplatz auf die ein oder andere Weise verändern wird, sahen sie allerdings eher pragmatisch. Einem Paar aus Iserlohn war wichtig, bei turnusmäßigen Alten Liebe-Besuchen ein bisschen Frühlingssonne tanken zu können. Am Montag klappte das nur bedingt: Das Oberdeck, an dem sich die aktuelle Kontroverse entzündet, wird erst kommenden Monat geöffnet. Und auf der unteren Etage sei es ja eher schattig.
