Admirals Park in Cuxhaven: 171 Wohnungen mit hohem Anteil an preisgedämpften Mieten
Ein fast zehnjähriges Projekt nimmt Gestalt an: Auf dem Gelände der Grimmershörnkaserne entsteht der "Admirals Park". Ein Zusammenspiel von Fördermitteln, innovativer Bauweise und Bürgerbeteiligung verspricht eine spannende Entwicklung.
Fast ein Jahrzehnt hat es gedauert, jetzt nimmt eines der größten Wohnungsbauprojekte der Stadt sichtbar Fahrt auf. Auf dem Gelände der ehemaligen Grimmershörnkaserne entsteht der "Admirals Park". Zum Ende vergangener Woche stellten die Projektbeteiligten den aktuellen Planungsstand im Beisein von Oberbürgermeister Uwe Santjer im Rathaus vor. Kernstück ist eine Förderzusage der NBank über 28 Millionen Euro, mit der das Land Niedersachsen den Bau von 115 geförderten Wohnungen unterstützt.
Ein langer Weg bis hierher
Die Marhold Immobilien GmbH aus Steyerberg verfolgte das Projekt bereits seit rund zehn Jahren. Erstmals öffentlich vorgestellt wurde das Konzept im November 2022 im Bürgersaal des Rathauses: neun Gebäude, rund 125 Wohnungen, eine Tiefgarage mit 168 Stellplätzen, dazu Grünflächen, ein Mehrgenerationenplatz sowie Praxen und kleine Gewerbebetriebe. Ferienwohnungen waren von Anfang an ausgeschlossen. Auch der Anteil an preisgedämpften Mieten ist seither deutlich gewachsen: Sprachen die ersten Pläne noch von 15 Prozent, liegt der Anteil inzwischen bei über 60 Prozent.
Der ehemalige Geschäftsführer Hans-Joachim Marhold führt die Anpassungen auch auf äußere Entwicklungen zurück. Gegenüber cnv-medien.de erklärte er seinerzeit: "In den zurückliegenden neun Jahren, in denen wir uns mit den Plänen zum Admiralspark beschäftigt haben, haben wir jetzt eine gute Lösung gefunden. Mussten aber aufgrund der energetischen und der geopolitischen Entwicklung das Projekt noch einmal umändern." Die Abstimmung mit Verwaltung und Politik habe dabei gut funktioniert, betonen Marhold und der neue Geschäftsführer Johannes Harries.
Bürger brachten Bedenken ein
Im Frühjahr 2024 konnten rund 30 Cuxhavener und Anwohner ihre Fragen und Sorgen in einer öffentlichen Beteiligung einbringen. Diskutiert wurden vor allem der Baumbestand entlang der Döser Wettern, die Verkehrsbelastung in der Kasernenstraße sowie die Entwässerung in einem Stadtteil, dessen Gräben schon heute an Regentagen an ihre Grenzen stoßen. Zwischen Juni und Juli 2025 folgte die öffentliche Auslegung, parallel dazu die Beteiligung der Fachbehörden. Fragen zu Raumordnung, Altlasten, Baugrund, Hochwasserschutz, Waldersatz und Immissionsschutz galten laut Stadtverwaltung danach als geklärt, ebenso der Lärmschutz zwischen der geplanten Wohnnutzung und der benachbarten Polizeieinrichtung.
Formalen Rückenwind bekam das Projekt Anfang März 2026, als der Rat mit der 55. Änderung des Flächennutzungsplans den entscheidenden planungsrechtlichen Meilenstein setzte. Erste Vorarbeiten liefen da bereits: Kranke Bäume auf dem Gelände wurden entfernt, nachdem ein Gutachten schon 2022 einen erheblich vorgeschädigten Baumbestand dokumentiert hatte, insbesondere einen Pilzbefall der alten Rosskastanien entlang der Döser Wettern.
171 Wohnungen insgesamt geplant
Heute steht fest: Im Admiralspark sollen 171 Wohnungen entstehen, 115 davon gefördert und rund 56 frei finanziert. Für den geförderten Teil liegen Baurecht und Baugenehmigung inzwischen vor, der Darlehensvertrag mit der NBank ist unterschrieben. Nur die Auszahlung steht noch aus.
"Wer in Cuxhaven eine neue Arbeitsstelle antritt, kauft nicht sofort ein eigenes Haus", sagt Johannes Harries. "Diese Menschen brauchen zunächst eine passende Wohnung. Gleichzeitig benötigen auch diejenigen, die bereits hier leben, bezahlbare Alternativen für unterschiedliche Lebensphasen."
Module kommen aus Nordhorn
Gebaut wird der geförderte Abschnitt in Holz-Hybrid-Modulbauweise. Die Module fertigt eine Firma in Nordhorn vor, inklusive Elektroinstallationen und Bädern. "Hinter dem Projekt stehen längst nicht mehr nur Pläne, sondern bereits produzierte Gebäudemodule", sagt Investor und Bauherr Mike Hemmerich. "Jetzt geht es darum, die Voraussetzungen auf dem Grundstück zu schaffen und die Umsetzung vor Ort vorzubereiten."
Aufbau soll 2027 starten
Bevor die Module aufgebaut werden können, müssen zunächst die alten Kasernengebäude weichen. Danach folgen Erschließung und Gründung. Nach aktuellem Stand soll der Aufbau im April 2027 beginnen, abhängig von Gründungsarbeiten und Wetter. Für die rund 56 frei finanzierten Wohnungen laufen die Planungen parallel weiter. Als Nächstes steht die Einreichung des Bauantrags an.
Durchmischtes Wohnen als Anspruch
Baudezernent Andreas Eickmann sieht im "Admirals Park" eine Chance über den reinen Wohnungsbau hinaus: "Ein gutes Quartier besteht nicht allein aus neuen Gebäuden. Entscheidend sind auch eine ausgewogene Mischung der Bewohnerinnen und Bewohner und die Voraussetzungen für eine funktionierende Nachbarschaft." Nach fast zehn Jahren Planung soll aus dem einstigen Kasernengelände an der Grimmershörnbucht damit ein Quartier werden, das unterschiedliche Generationen zusammenbringt. Auch Uwe Santjer begrüßt diese gute Mischung von bezahlbarem Wohnraum und lebendiger Nachbarschaft.
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