Marktleiterin Beate Rampf in ihrem Element – zwischen jungen Bäumen und frischem Grün in der Baumschule des neuen Gartencenters Weingärtner in Cuxhaven. Foto: Potschka
Marktleiterin Beate Rampf in ihrem Element – zwischen jungen Bäumen und frischem Grün in der Baumschule des neuen Gartencenters Weingärtner in Cuxhaven. Foto: Potschka
Leidenschaft blüht auf

"Für keinen Bereich zu schade": Sie ist die Macherin im neuen Weingärtner in Cuxhaven

von Jens Potschka | 11.04.2025

Beate Rampf lebt ihre Berufung im neuen Gartencenter in Cuxhaven. Zwischen Pflanzen, Kunden und Kollegen blüht sie auf - und zeigt, dass echte Leidenschaft nicht nur im Job, sondern auch im Privaten ihren besonderen Ausdruck findet.

Wenn Beate Rampf durch die Baumschule des neuen Gartencenters Weingärtner in Cuxhaven geht, leuchten ihre Augen. Ihre Finger gleiten behutsam über das Laub eines frischen Zitronenthymians, sie bleibt kurz stehen, schnuppert, lächelt und ist ganz bei sich. "Ich muss Pflanzen anfassen, muss sie riechen, sonst fehlt mir etwas", sagt sie. Mit der Eröffnung von Cuxhavens neuem Gartencenter ist für die gebürtige Bremerin ein neuer, blühender Abschnitt angebrochen.

Beate Rampf ist keine Managerin in einem Hochglanzbüro. Sie ist eine Macherin, eine, die mit anpackt. Ob es darum geht, Ware auszupreisen, Regale aufzufüllen oder Kunden durch das üppige Pflanzensortiment zu führen: Sie kennt jede Ecke, jeden Handgriff. "Ich bin mir für keinen Bereich zu schade", sagt sie bestimmt. Und das ist nicht nur eine Floskel. Wer sie erlebt, merkt schnell: Hier steht eine Frau vom Fach.

Das Team des neuen Gartencenters Weingärtner in Cuxhaven freut sich auf die Eröffnung und die ersten Kunden. Foto: Potschka

Ausbildung zur Floristin erfolgreich abgeschlossen 

Dass sie dieses Handwerk so tief im Blut hat, ist kein Zufall. Ihr Großvater war Landschaftsgärtner, ebenso ihr Vater, der im Bremer Stadtteil Borgfeld einen eigenen Betrieb führte. "Als junges Mädchen habe ich mir etwas dazuverdient, indem ich mit ihm auf Tour gegangen bin", erinnert sich Beate Rampf. Der Duft frischer Erde, das Knistern unter den Sohlen in der Gärtnerei, das hat sie nie wieder losgelassen.

Zwar führte sie ihr Weg zunächst über eine Ausbildung zur Floristin, später durch ihre Hochzeit und Geburt der Tochter auch kurzzeitig in andere Bereiche, doch alles drehte sich irgendwie immer ums Schöne, ums Sinnliche. "Ich habe im Bereich Delikatessen gearbeitet. Ich liebe gutes Essen. Das Kochen gehört zu mir wie die Pflanzen", sagt sie und lacht.

Besucher erkunden das neue Gartencenter Weingärtner in Cuxhaven, das mit einer vielfältigen Auswahl an Pflanzen und mehr überzeugt. Foto: Potschka

Ihre Küche? Dosenfrei. Einen Dosenöffner besitzt sie nicht. Stattdessen: saisonale Gerichte, am liebsten mit Resteverwertung. "Ich mache mir Musik an, schnipple und freue mich über die Farben, den Duft - das ist wie eine Zeremonie." Die Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln ist für sie eng mit der Liebe zur Natur verbunden. Beides ist "nichts, das man nebenbei macht".

In allen Bereichen des Gartencenters präsent

Diese Leidenschaft überträgt sie auch auf ihr neues Team in Cuxhaven. Fast 30 Mitarbeitende haben sie durch den intensiven Aufbauprozess des Gartencenters begleitet. "Wir haben kreuz und quer gearbeitet. Alle haben alles gemacht", erzählt sie. Die Atmosphäre: herzlich, fordernd, gemeinschaftlich. "Nur wenn ich selbst in jedem Bereich präsent bin, kann ich auch mitreden und helfen", so Rampf. Die gelernte Floristin fegt genauso den Eingangsbereich, wie sie Kunden in der Baumschule berät oder mit Kolleginnen die neue Kassentechnik ausprobiert.

Hoch hinaus: Zur Eröffnung des neuen Gartencenters versammelten sich Gäste aus Politik, Wirtschaft und Handwerk vor dem Haupteingang - ein starkes Zeichen für Cuxhavens neues grünes Zentrum. Foto: Potschka

Es ist der dritte Markt, den sie für das Familienunternehmen Weingärtnerin verantwortlicher Position mit eröffnet. "Wenn ich scherze, sage ich: Der Vierte wird ein Legomarkt", lacht sie - und man merkt ihr an, dass auch Humor zur Betriebsphilosophie gehört. Überhaupt: Beate Rampf ist ein Mensch mit Bodenhaftung, aber ohne Starrheit. Sie beobachtet, hört zu, erkennt im Blick eines Kunden sofort, ob Hilfe nötig ist.

"Es muss nicht alles perfekt sein"

"Wenn jemand mit Unsicherheit kommt, sage ich: Probieren Sie's doch mal mit etwas Pflegeleichtem - oder gern auch mit was Künstlichem. Es muss nicht alles perfekt sein." Es ist genau dieser pragmatische, empathische Blick, der sie auszeichnet - und der den Erfolg des Gartencenters mitträgt. 

Doch so sehr sie in ihrer Arbeit aufgeht, das Herz schlägt auch für das Private. Ihre erwachsene Tochter und vor allem die beiden Enkelkinder sind ihr Ruhepol. "Einmal pro Woche gehört die Zeit ganz ihnen", sagt sie. Dann wird gespielt, spaziert, gekocht - Naturwiese statt Kundengespräch. Und wenn sie beim Spaziergang ein kleines Veilchen am Wegesrand entdeckt, bleibt sie stehen, beugt sich hinab, zeigt es ihren Enkeln. "Schau einmal, die gucken schon alle raus." Für viele wäre es nur ein unscheinbares Blümchen. Für Beate Rampf ist es ein Zeichen. Der Frühling kommt - und mit ihm alles, was wächst.

Und sie? Sie wächst mit. Mit jedem neuen Tag im Gartencenter. Mit jeder neuen Pflanze. Und mit jeder Begegnung, die zeigt: Es sind die Menschen, die das Grün zum Blühen bringen.

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Jens Potschka

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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