Herzlich willkommen: Die MS "Romantika" auf den letzten Metern vor dem Erreichen des Steubenhöfts. Foto: Reese-Winne
Herzlich willkommen: Die MS "Romantika" auf den letzten Metern vor dem Erreichen des Steubenhöfts. Foto: Reese-Winne
Wieder Fährbetrieb am Steubenhöft 

Premiere der Cuxhaven-Norwegen-Fähre "Romantika": So lief der erste Anlauf

von Maren Reese-Winne | 20.04.2023

Nur ein lila Koffer konnte am Donnerstag zwischen dem Ablegen der "Mein Schiff 3" und dem Erstanlauf der Norwegen-Fähre "Romantika" am Donnerstag am Cuxhavener Steubenhöft kurz die Euphorie dämpfen. Die Festtagsstimmung überwog (mit Bildergalerie). 

Immer mehr Autos mit fremden Kennzeichen steuerten ab mittags in Richtung Hapag-Hallen und Steubenhöft. Dort stand zunächst erst mal alles still, nachdem in der Nähe des Zollgangs ein herrenloser lilafarbener Koffer als verdächtiger Gegenstand ausgemacht worden war. Wie am Flughafen ging es zunächst für niemanden weiter, bis die Polizei Entwarnung gab. Die MS "Romantika" befand sich zu dem Zeitpunkt schon in Höhe der Kugelbake, nachdem sie kurz zuvor noch die abdampfende "Mein Schiff 3" passiert hatte.

Bei grauem, aber immerhin trockenem Wetter näherte sich die Fähre ihrem Ziel - vorbei an den typischen Cuxhavener Aussichtspunkten, wo die Schiffsliebhaber schon ihre Position eingenommen hatten. Meter für Meter näherte sich das 193 Meter lange Schiff mithilfe seines Bugstrahlruders seitlich dem Steubenhöft. Von oben winkten Beschäftige hie und da in Richtung Steubenhöft, wo Vertreterinnen und Vertreter der Holland Norway Lines, unter ihnen CEO Morten G. Aggvin, und der Cuxhavener Hafenwirtschaft das Manöver verfolgten.

Von Anfang an Offenheit für das Projekt verspürt

Dass dieser Erstanlauf für keine der beteiligten Seiten eine Kleinigkeit war, bewiesen die zufriedenen Gesichter und die aufrichtigen Worte beim Empfang im "Elbstrom"-Ingenieurbüro direkt oberhalb des Abfertigungsgeschehens. Die Reederei habe auf diesen Tag hingefiebert und freue sich sehr, bekräftigte CEO Morten G. Aggvin. Cuxhaven habe in sehr kurzer Zeit - wenigen Wochen - sehr viel umgesetzt, sagte Aggvin mit Blick in Richtung Cuxport, NPorts, Cassen Eils, die Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Uwe Santjer. Die Stadt habe sofort zu verstehen gegeben, dass sie dieses Projekt wolle und die Reederei wilkommen heiße. Ohne die Bereitschaft der Cuxport-Gesellschaft zum Umbau des Anliegers für die Anläufe der "Romantika" wäre das Schiff nie nach Cuxhaven gekommen, betonte der Reedereichef weiter, der auch seinen eigenen Leuten großen Dank aussprach.

"Wir haben gezeigt, dass wir in der Lage sind, das zu machen und dass wir es auch können", freute sich Uwe Santjer und betonte: "Wir stehen mit dem Terminal so lange zur Verfügung, wie es nötig ist." Für Cuxhaven sei dieser neue Kontakt richtungweisend, "er wird - gerade an diesem Ort - unserer Tradition gerecht und passt zu unserem Hafen - einem Hafen, der Schiffe braucht."

Unternehmensstart wurde zu riesigem Erfolg

Der historische Ort des Auswandererbahnhofs begeisterte auch Morten Aggvin, der direkt einen Zusammenhang mit den Zielen der jungen Reederei herstellte: Erst vor einem Jahr sei das Unternehmen mit der ersten direkten Verbindung über die Nordsee von Eemshaven (Niederlande) nach Kristiansand im Süden Norwegens an den Start gegangen - mit Buchungszahlen, die direkt explodierten: Knapp 190.000 beförderte Passagiere bedeuteten einen riesigen wirtschaftlichen Erfolg. Dennoch habe in Eemshaven nicht alles gepasst, und so fahre die "Romantika" künftig von Deutschland aus.

Von Juni an soll dies von Emden aus passieren und in der Zwischenzeit ist Cuxhaven der Anlaufhafen. Für den jungen CEO haben Ländergrenzen dabei überhaupt keine Bedeutung: Entscheidend sei die direkte Verbindung zwischen dem europäischen Kontinent und Norwegen beziehungsweise Skandinavien, die Zielregionen seien eine wie die andere für alle anderen schnell zu erreichen. Aggvin definierte klar die Adressaten dieser Verbindung: Ziel sei es, Erfahrungen und Erinnerungen zu schaffen und Norwegen als faszinierendes Reiseland - auch auf einem Kurztrip - näher zu bringen. Leidenschaftlich stellte er die Vorzüge der Gegend um Kristiansand - eine der beliebtesten Ferienregionen des Landes - und die kurzen Wege zu den zahlreichen weiteren Attraktionen im Land heraus.

Verlockender Blick ins Schiffsinnere

Währenddessen kehrte auf der Fähre Leben ein, Menschen schlenderten durch die Gänge und die ersten Lichter erleuchteten die Schiffs-Shops, während sich draußen langsam die Schlange der zu Fuß an Bord gehenden Passagiere auflöste. Für die Zeit der Cuxhaven-Anläufe hat die Reederei einige Rabattcodes am Start. Eine Minikreuzfahrt für zwei Personen mit rund vier Stunden Aufenthalt in Kristiansand ist so schon ab etwa 150 Euro zu bekommen. Das Buchungsaufkommen soll ansehnlich sein.

Neben den Pkw der Passagiere verschwanden bei der ersten Fahrt dank der Cuxport-Logistik auch drei Trailer ohne Zugmaschine und ein nagelneues Wohnmobil im Bauch der Fähre, die gegen 17.30 Uhr in Richtung Norden startete. Normale Abfahrtszeit laut Fahrplan ist um 15.30 Uhr. Kristiansand wird gegen 10 Uhr am nächsten Tag erreicht. Am Sonnabend macht die "Romantika" wieder in Cuxhaven fest. 

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

mreese-winne@no-spamcuxonline.de

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