So effizient bekommen Menschen mit dem Spaten das nicht hin: Scheinbar mühelos wird mit dem Forwarder eine Traubenkirsche nach der anderen herausgezogen. Foto: Reese-Winne
So effizient bekommen Menschen mit dem Spaten das nicht hin: Scheinbar mühelos wird mit dem Forwarder eine Traubenkirsche nach der anderen herausgezogen. Foto: Reese-Winne
Versuch bewährt sich

In der Cuxhavener Küstenheiden gibt es in diesem Jahr einiges Neues zu entdecken

von Maren Reese-Winne | 28.02.2023

Wer gerne in den Cuxhavener Küstenheiden unterwegs ist, wird in diesem Jahr einiges Neues entdecken, und dazu gehören nicht nur brandneue Informationstafeln und Wegweiser. 

Vorgesehen ist, dass diese noch im März installiert werden. Der Altenwalder Förster und Revierleiter Dominik Sucker-Weiß vom Bundesforstbetrieb Niedersachsen hat fast alle Bestandteile zusammen, um loszulegen. Die unleserlich gewordenen Infotafeln werden nicht einfach ersetzt, sondern werden neue Inhalte enthalten. Auch die neuen Wegweiser sollten zielführender sein, kündigt der Fachmann an. 

Einzigartige Landschaft punktet mit Vielfalt

Die unlesbar gewordenen QR-Codes auf den Infotafeln sollen ebenfalls noch ausgetauscht werden. Zusätzlich soll ein Lehrpfad Appetit auf ausgedehnte Erkundungstouren durch die einzigartige Landschaft machen: "Sie brauchen nicht in die Lüneburger Heide zu fahren", schwärmt Dominik Sucker-Weiß. Das Pfund, mit dem Cuxhavens Schmuckstück zwischen Altenwalde, Holte-Spangen, Oxstedt, Berensch und Sahlenburg punkten kann, ist die Vielfalt mit Besen- und Krähenbeerenheide, weitem Offenland, interessanten landschaftlichen Formationen, Gewässern und Waldstück-Einsprengseln.

Versuch mit dem Forwarder ist erfolgreich

Den Bewuchs halten bekanntermaßen Wisente, Heckrinder und Konik-Pferde sowie Schafe niedrig. Doch auch sie können nicht alles schaffen. Deshalb wird in der Oxstedter Heide zurzeit mit Maschineneinsatz gegengehalten - mit großem Erfolg. "Boah", entfährt es Dominik Sucker-Weiß, als er um die Ecke biegt: "Hier konnte man vor kurzem nicht mehr durchblicken." Nun liegt die Heide wieder frei, nur ein paar Birken und Kiefern ragen empor. Der als Versuch gestartete Vorstoß, die Traubenkirschen mit einem so genannten Forwarder (einer Forstmaschine) samt Wurzel herauszuziehen, erweist sich gerade als außerordentlich effektiv. Beauftragt ist mit diesen Arbeiten wie auch mit den Forstarbeiten im Altenwalder Wald das Unternehmen Zabel aus Bad Bederkesa.

Alle Versuche, der gerne auf Truppenübungsplätzen gepflanzten Traubenkirsche (weil sie etwaige Waldbrände aufhalten sollte) mit Muskelkraft Herr zu werden, hatten sich bisher als nicht von langer Dauer herausgestellt, erst recht nicht das Kappen über der Erdoberfläche. Nun zieht der Forwarder-Fahrer vorsichtig Stück für Stück die noch unbelaubten Bäumchen heraus, schüttelt noch einmal die Erde ab und verstaut sie auf seinem Fahrzeug. Die Ladung legt er in möglichst dicht bewachsenen und dunklen Waldstücken ab, wo sie möglichst nicht anwachsen und - wenn doch - nicht viel anrichten können.

Die Besenheide verzeihe das Befahren gut und habe noch reichlich Gelegenheit zum Aussamen, erklärt der Förster. Getragen werden die Kosten für Beschilderung und Landschaftspflege unter anderem aus den mit Holzverkauf aus dem Wald erzielten Erlösen. Den Naturfreunden, die zu Fuß oder mit dem Rad das Gelände durchstreifen, wird sich im Sommer ein neuer Blick über viele Areale eröffnen.

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Maren Reese-Winne

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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