Carlo Fautz (r.) zeigt stolz das Projekt auf seiner Parzelle in Döse. Ziel ist es unter anderem, Senioren aus der Umgebung das Gärtnern zu ermöglichen. Das Motto: „Gemeinsam, glücklich, ernten.“ Foto: Larschow
Carlo Fautz (r.) zeigt stolz das Projekt auf seiner Parzelle in Döse. Ziel ist es unter anderem, Senioren aus der Umgebung das Gärtnern zu ermöglichen. Das Motto: „Gemeinsam, glücklich, ernten.“ Foto: Larschow
Teilnahme am Landeswettbewerb

Gemeinschaftliches Gärtnern in Cuxhaven: Dieser Kleingartenverein setzt neue Maßstäbe

von Tim Larschow | 25.06.2025

In der Kleingartenanlage des Vereins Döse-Nord e.V. geht es längst um mehr als nur Tomaten und Zucchini. Hier wächst ein Gemeinschaftsprojekt heran, das soziale Teilhabe, generationenübergreifende Begegnung und innovative Ideen vereint. 

Ziel ist es, neben bestehenden Mitgliedern auch neue in die Gemeinschaft und den Stadtteil Döse zu integrieren. Die Nachfrage ist hoch - aktuell zählt der Verein 72 Mitglieder bei 39 Parzellen. Umso wertvoller sind Konzepte, die gemeinschaftliche Nutzung ermöglichen.

Ein Vorzeigeprojekt ist der Seniorengarten, der auf der Parzelle 1/9 von Carlo Fautz entstanden ist. Fautz ist der zweite Vorsitzende des Kleingartenvereins und stellt kostenlos rund zehn Prozent seiner Gartenfläche zur Verfügung - darauf vier nummerierte Hochbeete mit je zwei Quadratmetern. "Hier können Menschen gärtnern, für die ein eigener Kleingarten zu viel wäre", erklärt Kleingärtner Fautz.

Gemeinsam statt einsam im Grünen

Alleinstehende Personen und ehemalige Parzelleninhaber, denen beispielsweise aufgrund gesundheitlicher Umstände die Bewirtschaftung einer ganzen Parzelle zu viel wird, sollen von dem Angebot profitieren. An Kosten entsteht lediglich die passive Vereinsmitgliedschaft mit 30 Euro jährlich. Gefunden haben sich so Anneliese, Monika, Heike und Rosi. "Um einen ganzen Garten kann ich mich nicht alleine kümmern. Mit dem Hochbeet bin ich wunschlos glücklich - und ernten können wir auch schon", freut sich die Cuxhavener Seniorin Rosi.

Gemeinsames Frühstück im Seniorengarten: Auch das Gemüse aus dem eigenem Hochbeet kommt auf den Tisch. Foto: Meyer

"Sie treffen sich regelmäßig, frühstücken gemeinsam und genießen die Gemeinschaft. Auch wer kein eigenes Hochbeet nutzt, ist herzlich eingeladen", sagt der Vereinsvorsitzende Thomas Meyer. 

Die Umsetzung ist durchdacht: Hilfe bei der Bepflanzung, gemeinsames Kochen mit den Erträgen, Spiele und Gespräche bei Kaffee oder Tee sind feste Bestandteile geworden. Mindestens einmal pro Woche wird gemeinsam etwas unternommen. "Gegen Einsamkeit und für ein gesünderes Leben", sagt Carlo Fautz.

Für das kommende Jahr ist bereits der nächste Schritt geplant: Auf einer freien Vereinsfläche sollen weitere barrierefreie Hochbeete entstehen - speziell für Rollstuhlfahrer und Kinder. "Die neuen Beete werden nur 50 Zentimeter hoch, sodass auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen aktiv teilhaben können", erklärt der Vereinsvorsitzende.

Doch damit nicht genug - sogar Honig wird auf der Anlage selbst gemacht. Die Liste der Ideen wird länger. Unter anderem sind Konzertabende oder Smartphone-Kurse für Mitglieder geplant - all das soll bald Realität werden. Damit das gelingt, hat der Verein eine neue Gemeinschaftslaube für rund 30 Personen gebaut. Zusätzlich entsteht eine Terrasse, die das Miteinander unter freiem Himmel stärken soll. Die Laube soll zukünftig das Herzstück der Anlage werden.

Der Erste Vorsitzende Thomas Meyer und der Zweite Vorsitzende Carlo Fautz auf der freien Vereinsfläche, auf der die barrierefreien Hochbeete entstehen sollen - speziell für Rollstuhlfahrer und Kinder. Foto: Larschow

Ein Blick über den Gartenzaun hinaus

Dieses Engagement bleibt nicht unbemerkt. Auf Vorschlag des Bezirksverbandes nimmt der Kleingärtnerverein Döse-Nord am 26. Bundeswettbewerb "Gärten im Städtebau" teil. Dieser findet alle vier Jahre statt. Das Motto: "Kleingartensommer: cool und gemeinsam, statt hitzig und einsam".

Ausgezeichnet werden Projekte, die innovative und nachhaltige Kleingartenpolitik umsetzen. Gleichzeitig soll die Öffentlichkeit auf den gesellschaftlichen, ökologischen und städtebaulichen Wert des Kleingartenwesens aufmerksam gemacht werden. In zahlreichen Parzellen in Döse werden beispielsweise auf den gemähten Rasenflächen Blühstreifen stehen gelassen - als Lebensraum für Insekten und andere Gartenbewohner.

Wenn das engagierte Team aus Döse beim Landeswettbewerb überzeugt, kann es 2026 beim Bundeswettbewerb antreten. Mit seinen vielfältigen Projekten und dem Blick über den Gartenzaun hinaus ist der Kleingärtnerverein Döse-Nord schon jetzt ein leuchtendes Beispiel dafür, wie moderne Kleingartenkultur aussehen kann.

Blühwiesen für die Insekten im Kleingartenverein Döse-Nord. Foto: Larschow

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Tim Larschow

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