MVZ Rohdestraße in Cuxhaven vor dem Aus: Oberbürgermeister sieht keine Rettung mehr
Der Umzug des MVZ Rohdestraße aus der Cuxhavener Innenstadt scheint besiegelt. Stadtoberhaupt Uwe Santjer konnte in der Ratssitzung am Donnerstag nach eingehenden Verhandlungen und Hintergrundgesprächen kein Licht am Ende des Tunnels erkennen.
Gerne hätte Uwe Santjer in der Ratssitzung am 5. November von einem Licht im Tunnel berichtet, was die Zukunft des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Rohdestraße angeht, doch die Tatsachen waren andere. Der Landrat und die Kreisgremien hätten in mehreren Gesprächen sehr deutlich gemacht, dass bei der Gesundheitsversorgung nicht isoliert auf die Stadt Cuxhaven geschaut werde, berichtete der Oberbürgermeister. Für das MVZ Rohdestraße an seinem Standort sei angesichts der Lage in Otterndorf und Nordholz kein Platz mehr.
"Ein Dilemma für die Stadt"
Er, Santjer, habe das hierdurch entstehende Dilemma für die Stadt sehr deutlich gemacht - vergeblich. Manche der sicherlich über 1000 hervorragend begleiteten Patientinnen und Patienten würden mitgehen nach Otterndorf und Nordholz, andere müssten sich auf die Suche nach neuen Ärzten machen.
In den Gesprächen mit den von ihm aufgesuchten MVZ-Ärzten habe er wahrgenommen, dass es sich um eine schwierige Situation für sie handle; sie hätten schlussendlich aber für sich entschieden, die Neustrukturierung mitzugehen. Auch im Dialog mit der Kassenärztlichen Vereinigung Stade hätten sich keine alternativen Wege ergeben, so Santjer. Nicht mal ein Aufschub sei verhandelbar gewesen.

"Sie werden wahrscheinlich auch darauf angesprochen"
"Sie als Ratspolitik werden wahrscheinlich nun auch darauf angesprochen", warnte er den neu formierten Rat vor. "Klar ist aber: Die Ratspolitik hat das nicht entschieden und die Stadtverwaltung auch nicht."
Santjer ernannte das Thema der ärztlichen Versorgung für die kommende Ratsperiode zu einem Mammut-Thema, das den Rat im Zusammenhang mit den neuen Firmenansiedlungen massiv beschäftigen müsse und werde: "Dafür brauche ich Sie alle."
Die Zusammenarbeit mit dem Kreis werde dabei unumgänglich sein. Auch sei die Stadt Cuxhaven mit am Tisch, wenn - wie von Landrat Thorsten Krüger im Gespräch mit unserem Medienhaus angekündigt - mit Partnern aus der Region über die Chancen für einen gemeinsamen Krankenhausneubau gesprochen werde. "Wir werden an diesen Versorgungsfragen dranbleiben und uns dafür einsetzen, dass sich dieser Standort in der Stadt Cuxhaven befindet", kündigte Santjer an. Unabhängig davon seien aber auch die aktuellen Investitionen in den Helios-Standort zu begrüßen.
"Es wird eine harte Zeit für uns alle", kündigte der OB an. Die Stadt Cuxhaven könne dabei nicht allein bestimmen, sondern befinde sich immer wieder in Abhängigkeit von den in Berlin und Hannover getroffenen Entscheidungen.
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