Mitte Juli hatte die Stadt den Grünen Weg (Bild) und die sich daran anschließende Friedrich-Carl-Straße als Fahrradstraße ausgewiesen. Was als Experiment begann, soll aufgrund positiver Effekte so bleiben.
Mitte Juli hatte die Stadt den Grünen Weg (Bild) und die sich daran anschließende Friedrich-Carl-Straße als Fahrradstraße ausgewiesen. Was als Experiment begann, soll aufgrund positiver Effekte so bleiben.
Radverkehr

Fahrradstraße im Herzen Cuxhavens: Verkehrsexperiment wird zur Dauerlösung

von Kai Koppe | 25.11.2025

Eine testweise eingerichtete Fahrradstraße im Bereich Grüner Weg/Friedrich-Carl-Straße bleibt bestehen. Stadtbaurat Andreas Eickmann wertete den Verlauf des Mitte Juli gestarteten Verkehrsversuchs als "überwiegend positiv".

Eickmanns Kollegin Denise Wächter (Straßenbau und Verkehrsplanung) hob hervor, dass die Stadt erstmals das Instrument eines Verkehrsversuchs genutzt habe. Die Achse Lotsenviertel - Bahnhof sei wichtig, sagte sie und sprach davon, dass es im Grünen Weg und seiner Verlängerung Friedrich-Carl-Straße immer wieder Probleme im Begegnungsverkehr gegeben habe. Ursache sei das beidseitige aufgesetzte Parken. Dass Teile des Gehwegs als Stellfläche genutzt wurden, hatte die Stadt zwar über Jahrzehnte hinweg geduldet. Unter Sicherheitsaspekten habe man mittlerweile aber Handlungsbedarf gesehen, sagte Wächter - und rechtfertigte damit die im Zuge der Fahrradstraßen-Regelung getroffenen Einschränkungen.

Stadt: "Wir verstehen das Bedürfnis der Bürger"

"Wir verstehen das Bedürfnis der Bürger nach Parkraum": Die Sorgen vieler Anwohner seien der Verwaltung bewusst, sagte Wächter. "Man kann aber kein Recht auf etwas haben, was nicht rechtmäßig gewesen ist." Eine Bewohnerparkregelung könne ein Ausweg sein - allerdings nur, "wenn die Bevölkerung mitgeht". Bevor darüber entschieden werde, wolle man weitere Entwicklungen abwarten. Ratsherr Rüdiger Kurmann (Die Cuxhavener) erinnerte daran, dass das Problem Parken weitaus mehr als nur diesen Tagesordnungspunkt betreffe.

Auch die technische Begleitung des Verkehrsversuchs war Thema. Die Auswertung zeigt: Der Fahrradverkehr hat auf der Strecke deutlich zugenommen, während der Durchgangsverkehr abnahm. Das Kfz-Aufkommen insgesamt sei jedoch kaum gesunken - ein Hinweis darauf, dass sich Autoverkehre nicht verlagert haben. Positiv wertet die Verwaltung, dass Autos in den vergangenen drei Monaten überwiegend "moderate Geschwindigkeiten" einhielten und neue Vorfahrtsregeln akzeptiert wurden. Dass Radfahrer im Bereich Friedrich-Carl-Straße/Grüner Weg nun Vorrang haben, bezeichnete SPD-Mann Andreas Wichmann als wichtigen Fortschritt für den Radverkehr.

Kritik blieb dennoch nicht aus. Axel Schneider (Die Demokraten) hält die Friedrich-Carl-Straße für eine Fahrradstraße weiterhin für zu schmal. "Unter dem Blickwinkel der Verkehrssicherheit passt das nicht", sagte der Ratsherr und wusste als Anwohner davon zu berichten, dass Radfahrer im Begegnungsverkehr nach wie vor auf den Bürgersteig wechseln.

Kritik: Probleme in die Seitenstraßen verlagert

Laut CDU-Ratsherr Lars Birner sind die neuen Vorfahrtsregeln für Autofahrer weniger klar, als die Verwaltung darstelle. Sein Fraktionskollege und Ausschussvorsitzender Enak Ferlemann forderte, den Blick weiter zu fassen. "Sie brauchen eine Quartiersbetrachtung", sagte er in Richtung Verwaltung - und kritisierte, dass Probleme in angrenzende Straßen verlagert würden. In der Reinekestraße komme es inzwischen ganztägig zu Verkehrskonflikten, berichtete er und berief sich dabei auf Anwohner-Aussagen.

Theoretisch könne der Rat das Thema an sich ziehen, merkte Ferlemann an: Stadtbaurat Andreas Eickmann hatte zuvor geltend gemacht, eine Fahrradstraße auszuweisen, obliege der Verwaltung. In deren Namen wies Denise Wächter am Montag darauf hin, dass Verkehrsplanung "immer etwas Dynamisches" habe. Unabhängig von der Frage, was die Zukunft bringt, wird die Fahrradstraße nun erst einmal dauerhaft eingerichtet. Markierungsarbeiten sollen erfolgen, sobald es die Witterung zulässt.

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Kai Koppe

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