Wie im Mai 2023 beim Mare-Musikfestival sollen auch am Sonnabend Fackeln und viele andere Lichter den Deich zwischen Fährhafen und Kugelbake erhellen. Foto: Reese-Winne
Wie im Mai 2023 beim Mare-Musikfestival sollen auch am Sonnabend Fackeln und viele andere Lichter den Deich zwischen Fährhafen und Kugelbake erhellen. Foto: Reese-Winne
Gemeinschaftsaktion

Lichterkette in der Cuxhavener Grimmershörnbucht: "Zeig Gesicht für die Demokratie"

von Maren Reese-Winne | 27.11.2025

Es soll ein Symbol für Respekt und Menschenwürde sein, wenn sich am Sonnabend, 29. November, ein Lichterband vom Fährhafen bis zur Kugelbake zieht. Unter dem Motto "Unsere Bucht, unser Licht, unsere Demokratie" sollen Jung und Alt zusammenkommen.

"Ich hoffe doch, dass alle von uns den Wunsch haben, ohne Hass, Diskriminierung und Ausgrenzung aufzuwachsen", sagt Emma Heilemann (16) aus Cuxhaven. "Aber damit das so bleibt, muss jeder auch etwas tun." Zum Beispiel dabei sein, wenn sich an diesem Sonnabend ein Lichterband durch die Grimmershörnbucht ziehen wird.

Für den 29. November, den Vorabend des 1. Advents, lädt das Bündnis "Cuxhaven für Respekt und Menschenwürde" unter dem Motto "Unsere Bucht, unser Licht, unsere Demokratie" in die Grimmershörnbucht ein. Mit Lichtern aller Art soll der Deich durch ein Lichterband als Symbol für Respekt und Menschenwürde zum Leuchten gebracht werden.

"Zeig Gesicht. Dein Licht zählt für Demokratie, Menschlichkeit und Zusammenhalt", heißt es auf dem Plakat, das eine durch Menschen gebildete Lichterkette neben der Kugelbake zeigt. Zur Jahreszeit passende Lieder können spontan angestimmt werden. Anders als bei den bisherigen Kundgebungen wird - auch im Hinblick auf das Wetter - auf eine Kundgebung mit offiziellen Reden verzichtet.

Vom Fährhafen bis zur Kugelbake

Zeichen setzen wie einst bei einer Fackeldemo gegen die Elbvertiefung: Diesmal geht es um Demokratie. Foto: Reese-Winne

Ab 17.30 Uhr können sich die Interessierten mit Kerzen, Windlichtern, Fackeln, Lichterketten, Laternen oder Lampen in der Bucht einfinden. Pünktlich mit dem Läuten der Kirchenglocken von St. Petri und Herz Jesu sollten sich dann die Lichterkette vom Fährhafen bis zur Kugelbake aufgebaut haben.

Das Organisationsteam des Bündnisses, ein Zusammenschluss aus rund 250 Einzelpersonen und etwa 100 Organisationen aus der Mitte der Gesellschaft in Cuxhaven, stellt ausreichend Ordnerinnen und Ordner. Diese werden an den Deichtreppen Postkarten mit dem Ablaufplan verteilen und dabei auch um den Schutz des Deiches bitten. Die nasse Grasnarbe muss geschont werden.

Nach einer guten Viertelstunde können sich alle Interessierten ab 18.20 Uhr am Ende der Prinzessinnentrift hinter dem Deich zum Ausklang versammeln. Die "Omas gegen Rechts" aus Cuxhaven halten warmen Apfelpunsch bereit, außerdem gibt es Snacks vom Grill. Es wird darum gebeten, eigene Becher mitzubringen.

"Besondere Verbundenheit ist hier zu spüren"

Die 16-jährige Emma Heilemann besucht das Amandus-Abendroth-Gymnasium und wohnt noch gar nicht so lange hier. Cuxhaven hat sie von Anfang an als einen Ort empfunden, an dem Zusammenhalt und Vielfalt großgeschrieben werden. "Cuxhaven ist klein, alle sind hierdurch viel enger verbunden", sagt sie. Für eine gute Lebensqualität aller lohne es sich einzusetzen: "Sonst geht das Bunte in unserer Gesellschaft verloren." Das hatte sie als Rednerin bereits auf einer Großdemo im April in Cuxhaven verdeutlicht.  

Karin Ottens-Spargel und Doris Henningson von den Omas gegen Rechts Cuxhaven sind am Sonnabend dabei - erst auf dem Deich und dann am Apfelpunsch-Tresen. Foto: Omas gegen Rechts

Aufstehen und Gesicht zeigen, dafür stehen auch Doris Henningson und Karin Ottens-Spargel von den Omas gegen Rechts: "Warum wir dabei sind? Weil jede Aktion, jede Demonstration, jeder Protest für die Demokratie wirkt!" Eine rege Beteiligung von Jung und alt wünscht sich die Cuxhavener Lehrerin  K. Tenzer: "Weil Demokratie erlernt und (vor-)gelebt werden muss. Gerade in Zeiten, in denen sie unter Druck gerät, kommt es auf die Haltung und das Handeln jedes und jeder Einzelnen an."

"Je mehr dort stehen, desto besser", stellt auch die Cuxhavenerin Sandra Apelt fest. "Ich möchte auch weiter in einer bunten und vielfältigen Gesellschaft leben, die allen Menschen die Möglichkeit gibt, sich zu entfalten. Dafür gilt es, Haltung und Gesicht zu zeigen. Das sind wir - wir nehmen die Gefährdung der Demokratie nicht hin." 

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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