Viele Cuxhavener befürchten eine gesellschaftliche Spaltung, wenn Neubauten weiter nur für Reiche errichtet werden. Symbolfoto: IVC
Viele Cuxhavener befürchten eine gesellschaftliche Spaltung, wenn Neubauten weiter nur für Reiche errichtet werden. Symbolfoto: IVC
Es braucht Orte zum Bummeln

Neubauten in Cuxhaven nur für Reiche? Ein Plädoyer für mehr Zusammenhalt

von Maren Reese-Winne | 21.11.2023

Viele Cuxhavener befürchten eine gesellschaftliche Spaltung, wenn Neubauten weiter nur für Reiche errichtet werden. Schon jetzt begegneten sich bestimmte Gruppen gar nicht mehr. Soziale Arbeit allein kann da nicht helfen, findet unsere Kommentatorin.

Es ist immer interessant, wenn aus einer anderen Warte ein Blick auf die eigene Stadt geworfen wird. Ob es hier ja Einheimische waren, die ihr Herz in die Hand nahmen und den Forschenden Auskunft gaben. Da kann der Blick etwa auf die Verkehrsverbindungen je nach Stadtteil schon mal deutlich anders ausfallen.

Viele Vorteile im Tourismus in Cuxhaven

Wo ich nicht mitgehe, ist eine pauschal geäußerte Tourismus-Schelte (gerne schon aus Gewohnheit kundgetan). Pech gehabt, wer die touristische Infrastruktur nicht nutzt. Ich bin selbst sehr gerne Touristin und sehe darüber hinaus viele Vorteile darin, ganzjährig an einem Ort zu leben, den viele andere nur in zwei Wochen im Jahr genießen können.

Ferienwohnungs-Bunker sind Eingriffe ins Cuxhavener Stadtbild

Das Ganze allerdings mit einem großen Aber: Die unsäglichen Ferienwohnungs-Bunker, Residenzen oder wie man sie auch nennen will, sind manchmal schlichtweg ungehörige Eingriffe ins Stadtbild. Von dem Etikettenschwindel (ja, ja, die Pflegeeinrichtung an der Duhner Spitze) will ich gar nicht reden. Und auch ich betrachte mit großer Sorge die gesellschaftliche Spaltung, die dadurch noch befeuert wird.

Es braucht Orte der Begegnung in Cuxhaven

Immer mehr soziale Angebote halte ich dabei dennoch nicht für das Allheilmittel. Für mich ist der Treffpunkt Nummer 1 immer noch eine belebte Einkaufsstraße, von mir aus auch nur der Dorfladen an der Ecke. Selbst der Bäckerwagen damals in Süderwisch hat das schon bewiesen. Bummeln, Leute gucken, sich auf eine Bank setzen, einen Kaffee trinken, das lockt viele an. Wenn es noch mal gelänge, Leben hinter die mit Papier beklebten Schaufenster in der Schillerstraße oder der Nordersteinstraße zu bekommen... Ja, ich weiß, das ist eine Sache von Kaufkraft und Personalsuche.

Handlungsempfehlung: Eine Spielscheune in Cuxhaven

Wenn ich dann noch eine familienfreundliche Handlungsempfehlung geben dürfte: Ich würde zusehen, noch einmal eine Spielscheune nach Cuxhaven zu bekommen. Vielleicht mit Hilfe der Nordseeheilbad Cuxhaven GmbH (das wäre eine tolle Geste der Verbindung von Tourismus und Einheimischen)? Ich möchte fast garantieren, dass das ein Treffpunkt wäre. Mit Hilfe von Bildungsgutscheinen oder ähnlicher Unterstützung könnte das auch eine sozial ziemlich barrierefrei werden.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

reese-winne@no-spamcnv-medien.de

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