Die Zukunft der Hammer-Filialen ist geklärt. Nun wurde auch mitgeteilt, was mit dem Standort in Cuxhaven geschehen soll. Foto: Larschow
Die Zukunft der Hammer-Filialen ist geklärt. Nun wurde auch mitgeteilt, was mit dem Standort in Cuxhaven geschehen soll. Foto: Larschow
Schließung dutzender Märkte

Nach Insolvenz bei Brüder Schlau: Zukunft des Hammer-Marktes in Cuxhaven steht fest

von Tim Larschow | 13.10.2025

Nach der Insolvenz in Eigenverwaltung der Unternehmensgruppe Brüder Schlau, zu der auch die Hammer-Fachmärkte gehören, steht nun fest, wie es für die Standorte und Mitarbeitenden weitergeht - darunter auch für den Markt in Cuxhaven.

Im Juni hatte die Brüder Schlau GmbH & Co. KG beim Amtsgericht Bielefeld Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Betroffen waren die Hammer-Fachmärkte für Privatkunden und die Schlau-Handwerkermärkte für Profikunden. Insgesamt beschäftigt die Gruppe rund 3900 Mitarbeitende.

Nun gibt es Klarheit: Das "REThink-Konsortium" übernimmt gemeinsam mit der GA-Europe (Great American), die seit 2009 im Handel in Europa aktiv ist und darauf spezialisiert ist, herausfordernde Situationen im Handel durch Einsatz von Retail-Know-How und Kapital zu lösen. Geplant ist jetzt eine Neuausrichtung unter dem Namen Hammer Raumstylisten GmbH. Damit sollen laut Unternehmen 1200 Arbeitsplätze erhalten bleiben und Hammer so eine Zukunftsperspektive bekommen.

Neuausrichtung mit Zukunftsmodell

Hammer soll zu einem modernen Dienstleister für Wohnraumgestaltung entwickelt werden, so Mareike Polonius, Referentin Kommunikation bei Hammer. Der Fokus der neuen Gesellschaft soll künftig auf der Vermarktung von Raumausstattungs-Handwerksleistungen liegen - ergänzt durch ein passendes Warenangebot. Im Kern steht dabei der Wandel vom klassischen Fachmarktkonzept hin zu einem "alles aus einer Hand"-Angebot.

Das Logo der Unternehmensgruppe Brüder Schlau GmbH & Co KG und das des Raumaustatters Hammer ist auf einem Schild zu sehen. Die Unternehmensgruppe aus Porta Westfalica ist in finanzielle Schieflage geraten. Foto: Wolfgang Streitbörger/dpa

Im Mittelpunkt steht dabei das Filialnetz mit Wohnraumberatung und Handwerksleistungen direkt beim Kunden. So wurde das Sanierungskonzept für 93 Standorte entwickelt. Die Investition erfolgt in Form eines Asset-Deals, also einer Übernahme von Vermögenswerten. "Alle Kundenaufträge können durch die fortgeführten Filialen erfüllt werden. Das verbleibende Standortportfolio bildet die Grundlage für einen qualifizierten Wachstumskurs unter dem Dach der neuen Gesellschaft", so Polonius weiter.

Auch der Hammer-Markt in Cuxhaven gehört zu den Standorten, die fortgeführt werden. "Der Hammer-Fachmarkt in Cuxhaven ist ein Teil unseres wirtschaftlich stabilen und zukunftsfähigen Rückgrats", sagt Polonius. Insgesamt sollen 93 Filialen die Basis für das neue Geschäftsmodell bilden.

Trotz der positiven Aussichten betont die Geschäftsführung, dass die vergangenen Monate für Belegschaft und Management herausfordernd waren. "Die Entscheidung fällt uns unglaublich schwer. Hinter jeder Filiale, die wir schließen müssen, stehen Menschen, die mit Herzblut und großem Engagement für Hammer gearbeitet haben", heißt es in einer Mitteilung.

In der Region gibt es noch weitere Hammer-Märkte - unter anderem in Spaden. Foto: Hansen

Mit dem Einstieg des Investors habe man nun eine solide Basis geschaffen, um das Unternehmen langfristig zu stabilisieren. "Die Rettung von 1200 Arbeitsplätzen und die klare Zukunftsausrichtung sind ein starkes Signal", so die Unternehmensleitung.

Keine Nachricht vom Insolvenzverwalter

Doch nicht alle Kundinnen und Kunden des Hammer-Marktes in Cuxhaven können sich derzeit freuen. Eine Cuxhavenerin (Name der Redaktion bekannt) berichtet von einem problematischen Bestellvorgang, der bis heute ungeklärt ist.

Im Mai hatte sie im Markt Gardinen bestellt und dafür eine Anzahlung von 230 Euro geleistet. "Die Ware wurde zwar geliefert, war jedoch beschädigt und musste zurückgeschickt werden", erzählt sie. Ein zweiter Lieferversuch sei ebenfalls fehlgeschlagen - erneut seien die Gardinen mangelhaft gewesen.

"Jetzt habe ich kaputte Gardinen und mein Geld bekomme ich nicht zurück. Ich musste eine Forderungsanmeldung stellen", so die Kundin weiter. Aufgrund der laufenden Insolvenz müssen Reklamationen und Rückzahlungen nicht direkt beim Unternehmen, sondern beim zuständigen Insolvenzverwalter (AndresPartner) geltend gemacht werden.

Bislang habe sie trotz der positiven Nachrichten zur Fortführung einiger Hammer-Märkte keine Rückmeldung oder Information über den Stand ihrer Forderung erhalten.

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Tim Larschow

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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