Die Berichterstattung der NEZ und der CN sorgt für Aufsehen. Foto: Lütt
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Am 31. Januar an der Abschnede

Nach Bedrohung gegen Redakteur: Kundgebung vor dem Pressehaus in Cuxhaven geplant

von Redaktion | 27.01.2026

In Cuxhaven formiert sich Widerstand gegen Bedrohungen von Journalisten. Ein Bündnis ruft zu einer Kundgebung auf, um ein Zeichen für Pressefreiheit und gegen demokratiefeindliche Tendenzen zu setzen.

Zwei regionale Bündnisse haben auf die Berichterstattung von cnv-medien,de (Cuxhavener Nachrichten und Niederelbe-Zeitung) über den Vortrag bei der Versammlung des Hadler Rindviehzuchtvereins reagiert. Außerdem gingen sie auf unsere Kommentierung ein, die sich unter anderem mit Anfeindungen gegenüber unserer Redaktion nach der Berichterstattung befasste.

Wie mehrfach berichtet, hatte der Besamungs- und Rindviehzuchtverein Land Hadeln den umstrittenen, oft als Rechtspopulisten bezeichneten Anthony Lee als Gastredner eingeladen. Sein Vortrag und die anschließende Berichterstattung unserer Redaktion darüber sorgte für Reaktionen. Die krasseste Reaktion war ein anonymer Brief an unseren Redakteur Tim Larschow, in dem ihm Gewalt angedroht wird.

Das Bündnis für Respekt und Menschenrechte Cuxhaven schrieb an unsere Redaktion: "Mit großem Dank haben wir den Kommentar von Frank Lütt in der heutigen Ausgabe (Anm. d. Redaktion: in Print am Sonnabend, 24. Januar, online hier) gelesen. Als Bündnis für Respekt und Menschenrechte Cuxhaven unterstützen wir ausdrücklich die Berichterstattung von Tim Larschow über die Rede von Herrn Lee. Es ist in keiner Weise hinnehmbar, dass ein Journalist aufgrund seiner sachlichen und wichtigen Arbeit bedroht oder unter Druck gesetzt wird. Eine freie und unabhängige Presse ist ein unverzichtbarer Grundpfeiler unserer Demokratie. Sie verdient unseren Rückhalt und unseren Schutz - insbesondere dann, wenn sie Missstände offen anspricht. Wir stehen daher fest an der Seite von Herrn Larschow und der Redaktion der Cuxhavener Nachrichten und Niederelbe-Zeitung. Mit großer Sorge sehen wir, dass einzelne Akteure - in diesem Fall Herr Lee, der Rinderzuchtverein und offenbar auch einige seiner Sympathisantinnen und Sympathisanten - versuchen, demokratische Werte herabzusetzen und kritische Stimmen einzuschüchtern. Dieses Verhalten steht im klaren Widerspruch zu den Grundsätzen einer freiheitlichen und respektvollen Gesellschaft."

Und das Bündnis möchte am Sonnabend, 31. Januar, ab 12 Uhr eine öffentliche Kundgebung vor unserem Verlagshaus, Abschnede 205a in Cuxhaven, abhalten. Das Bündnis schreibt außerdem: "Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger in Cuxhaven dazu auf, sich entschieden und solidarisch gegen solche demokratiefeindlichen Tendenzen zu stellen. Nur gemeinsam können wir eine offene, respektvolle und vielfältige Debattenkultur bewahren."
Auch das "Aktionsbündnis gegen Rechts - Bremerhaven bleibt bunt" hat sich nach dem Kommentar zu den Angriffen auf die Pressefreiheit an unsere Redaktion gewandt: "Das Ausmaß an aggressiver Reaktion hat uns erschreckt und empört." Das Aktionsbündnis begrüßt die aufklärende Berichterstattung zum Auftritt des Youtubers, Influencers und Politikers Anthony Lee auf der Versammlung des Rinderzuchtvereins.

Dass der Verein sich "eine Berichterstattung im Sinne des Vereins gewünscht hätte ...", verwundere nicht unbedingt. Aber dafür sei die Presse nun mal nicht da. Wenn es auf der Hauptversammlung des Vereins nicht nur um die Berichterstattung des vergangenen Geschäftsjahres ging, sondern ein Redner, dessen "provokante Standpunkte" man kennt, gezielt eingeladen wird, dann gehöre auch das zur Berichterstattung, so das Bremerhavener Bündnis. Von den Bauernprotesten kannte man seine Positionen und natürlich kann Herr Lee diese auch äußern. Aber hier seien diese politisch instrumentalisiert worden und man dürfe sich fragen, welches Ziel der Besamungsverein mit dieser Einladung verfolgte. Das Bündnis aus der Weserstadt teilte außerdem mit: "Um es klar zu sagen: Die Presse ist kein Vertretungsorgan oder Lobbyverband für Vereine, Parteien oder sonstige Institutionen und darf es auch nicht sein. Sie ist allein unserer Demokratie verpflichtet und dazu gehört dann auch zu recherchieren und Hintergrundinformationen zu liefern. Wir als Leserinnen und Leser brauchen solche Informationen, wenn sich besorgniserregende Entwicklungen andeuten." (red)

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