"Schwimmende Gärten", hier aufgenommen bei der Landesgartenschau am Bodensee, bilden einen Besuchermagneten, den das Cuxhavener Konzept ebenfalls vorsieht. Foto: Felix Kästle/dpa
"Schwimmende Gärten", hier aufgenommen bei der Landesgartenschau am Bodensee, bilden einen Besuchermagneten, den das Cuxhavener Konzept ebenfalls vorsieht. Foto: Felix Kästle/dpa
Blick auf das 2034er-Event

Große Chancen für Cuxhaven: Ratsgruppe kämpft für Landesgartenschau 2034

von Kai Koppe | 30.07.2025

Bekommt Cuxhaven die Landesgartenschau 2034? Zumindest eine Ratsfraktion sieht darin eine einmalige Gelegenheit, Cuxhaven nachhaltig zu stärken und ein Konzept zu schaffen, das weit über das Event hinaus positive Impulse für die Region liefert.

Aus Befürworter-Sicht geht es nicht allein um ein Herzensprojekt; die CDU-Ratsfraktion redet viel lieber von einer Riesen-Chance für den Standort: Eine Landesgartenschau würde Cuxhaven nicht nur Kaufkraftzuwächse und mediale Aufmerksamkeit sichern. Das Veranstaltungskonzept - so hieß es in dieser Woche von Fraktionsseite - schüfe eben auch etwas von Dauer. 

Nachhaltigkeit, das heißt, die Idee, dass die Stadt über die Veranstaltungsdauer hinaus von einem Schau-Konzept profitiert, ist ein Argument, mit dem die Gruppe aus Christdemokraten und Die Demokraten nach Verbündeten sucht. In den Vorberatungen, die Mitte des Monats auf Ausschussebene stattfanden, zeichnete sich bereits ab, dass der Plan, sich für die Ausrichtung der Landesgartenschau 2034 zu bewerben, die nötige Zustimmung finden könnte.

Bewerbungsfrist endet bereits im Oktober

Eine Entscheidung, die im Laufe des kommenden Monats im Verwaltungsausschuss herbeigeführt werden soll, käme mitnichten verfrüht: Ambitionen, das Event in neun Jahren an die Elbmündung zu holen, müsste die Stadt bis spätestens 15. Oktober beim Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geltend machen. 

Ungewöhnlich früh endet somit die vom Land Niedersachsen gesetzte Bewerbungsfrist: CDU-Ratsherr Enak Ferlemann wertete den Termin in einem Pressegespräch als gutes Omen für den Erfolg einer Cuxhavener Initiative. Möglicherweise, so Ferlemann sinngemäß, habe Hannover bereits einen Ausrichter in der Hinterhand, dem man die Gelegenheit bieten wolle, im Jahr 2032 (also außerhalb des regulären Gartenschau-Turnus) mit einer Landesgartenschau zu reüssieren. "Da rechnet man wahrscheinlich gar nicht mit unserer Bewerbung", gab der CDU-Ratsherr zu bedenken. Und sprach davon, dass so ein Überraschungsmoment der Stadt womöglich den Zuschlag für das Jahr 2034 einbringen könnte. 

Als Verfechter der Gartenschau-Idee setzen Ferlemann und seine Gruppen-Kollegen beileibe nicht nur auf gutes Timing. Sie verweisen vielmehr auf die Qualität eines bereits vorhandenen Konzepts, das nach einem "Go" in den Entscheidungsgremien höchstens noch aktualisiert werden müsste. Bekanntlich gibt es in puncto Planung ja bereits eine Vorgeschichte - hätte sich die Stadt Cuxhaven nach ursprünglichen Bestrebungen der Union doch schon vor vier Jahren ihren Hut in den Ring werfen sollen - für die Landesgartenschau 2026, die nun in Bad Nenndorf stattfinden wird. Die seinerzeit bereits erstellte Bewerbung (Titel: "Zwischen Fluss und Meer - Cuxhaven im Gezeitenwandel") sei exzellent, so bekräftigte Ferlemann.

Vorarbeit könnte sich auszahlen

Dass der Aufschlag in Sachen Gartenschau mehrere Jahre zurückliegt, birgt nach seinen Worten den Vorteil, dass zahlreiche städtebauliche Projekte, die als inhaltliches Rückgrat des Events gedacht waren, zwischenzeitlich bereits angeschoben wurden: Vorhaben wie das "Deichband" (Achse zwischen Innenstadt und Wasserkante) werden lange vor dem Schautermin 2034 abgeschlossen werden. "Bis dahin dürfte auch die Grimmershörnbucht fertig sein", war aktuell von CDU-Seite her zu hören. Um Kurpark, Moorwiesen oder das Fort Kugelbake müsste man sich hingegen noch kümmern - genau wie um die "schwimmenden Gärten", die ebenfalls zu den Konzeptideen gehören.

Dass solch ein Projekt die Ressourcen der Stadt übersteige, war noch vor knapp einem Jahr im Ratssaal zu hören gewesen. Während sich die Wählergemeinschaft gegen ein "aufgesetztes" Event wandte, hatte die FDP auf die nach wie vor angespannte Haushaltslage der Stadt hingewiesen. Gunnar Wegener (SPD) zeigte sich skeptisch, indem er auf die finanziellen Risiken einer solchen Großveranstaltung und auf entsprechende Negativerfahrungen anderer Austragungsorte hingewiesen hatte. Aktuell jedoch unterstützten seine Fraktionsmitglieder den in die Fachausschüsse eingebrachten Antrag einer Gartenschau-Bewerbung.

Eine daraus resultierende Veranstaltung berge "in Summe hervorragende Chancen": Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Frauenpreiß zweifelt nicht daran, dass eine Landesgartenschau in Cuxhaven ein Erfolg wird. Die unter wirtschaftlichen Vorzeichen erforderliche Gästezahl eines solchen Events könne vor Ort "mehr als erreicht werden", prognostizierte Frauenpreiß. Als größtes Nordseeheilbad an der deutschen Küste könne Cuxhaven eben auch darauf bauen, dass viele Besucher ohnehin da sind.

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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