Die von der Helios-Klinik Cuxhaven vorgenommenen Sicherungsmaßnahmen vor allem für das Mathilde-Emden-Haus genügen zur Zeit den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde. Foto: Reese-Winne
Die von der Helios-Klinik Cuxhaven vorgenommenen Sicherungsmaßnahmen vor allem für das Mathilde-Emden-Haus genügen zur Zeit den Vorgaben der Denkmalschutzbehörde. Foto: Reese-Winne
Nachnutzung des Klinik-Geländes

Seehospital Sahlenburg: Helios würde am liebsten sofort verkaufen - aber es hakt noch

von Maren Reese-Winne | 07.05.2024

Johannes Rasche, Geschäftsführer der Helios-Klinik Cuxhaven, berichtete im Sahlenburger Ortsrat über Nachnutzung und Unterhaltung des historischen Seehospital-Krankenhausgeländes in Cuxhaven. Der Investor sei jedenfalls noch an Bord.

Johannes Rasche, kommissarischer Geschäftsführer der Helios-Klinik Cuxhaven, sparte nicht mit Selbstkritik: Ja, die Beschwerden über den Zustand des alten Seehospital-Geländes seien völlig berechtigt gewesen und die Öffentlichkeit, insbesondere die Sahlenburger Einwohner, seien nicht genügend über den Stand der Dinge bei der Nachnutzung informiert worden, räumte er in der Sitzung des Sahlenburger Ortsrats am Montag ein. Das solle sich ab sofort ändern.

"Ich kann ihnen allerdings nicht versprechen, dass nie wieder etwas passiert", erklärte Rasche vor vollen Zuschauerreihen. Er hielt an diesem den Kopf für Missstände hin, die weit vor seinem Antritt entstanden waren:  Verfall des Mathilde-Emden-Hauses, Einbrüche, Müllablagerungen, wildes Campen.

Denkmalschutzbehörde stellte untragbare Zustände fest

Das wurde nicht nur in Leserbriefen und direkten Beschwerden an Helios beklagt, sondern erzeugte auch das Interesse der Denkmalbehörde, die bei einer Begehung "untragbare Zustände" im denkmalgeschützten Mathilde-Emden-Haus (Baujahr 1914) feststellte. "Wir haben die geforderten Maßnahmen zum Schutz des Bestands umgesetzt", so Johannes Rasche: "Abdichtung des Dachs, Sicherung der Fenster und Türen gegen Feuchtigkeit und unerlaubtes Betreten."

Sicherung muss nur den Zweck erfüllen

Die Auflagen seien damit erfüllt worden. "Funktionell und rechtskonform, nicht unbedingt schön." Grünflächen und Außenanlagen seien für den Denkmalschutz nicht relevant. Die Ausgaben für den Bestandsschutz überstiegen derzeit das dafür veranschlagte Budget. In der Regel werde das Gelände einmal pro Woche kontrolliert.

Den anderen historischen Gebäuden wie der Doktorvilla wird weniger Aufmerksamkeit geschenkt, hier gehe es in erster Linie um Unfallverhütung, hieß es. Foto: Reese-Winne

Parallel zu den Absicherungsmaßnahmen suchte der Geschäftsführer den Kontakt zu Ortsbürgermeister Herbert Kihm und dem Ortsrat und erklärte sich zum Gang an die Öffentlichkeit bereit. "Wir haben kein Interesse an einer Gegenposition", so Rasche.

Ja, die Pläne stehen noch

Brennend interessiert waren Lokalpolitik und Zuhörer daran, zu erfahren, ob die 2022 öffentlich vorgestellten Pläne für das "Nordsee Natur Resort Cuxhaven" noch aktuell sind, ob der Investor noch an Bord ist und wann mit einem Beginn der Bauarbeiten zu rechnen ist. In einem Investorenauswahlverfahren waren Entwurf und Konzept der Kieler Grundstückentwicklungsgesellschaft NGEG mbH gemeinsam mit der Planet Gruppe und der GLC Glücksburg Consulting AG einstimmig als Sieger durchgegangen. Demnach sollen 93 Ferienhäuser, 78 Ferienwohnungen und ein Hotel mit 130 Zimmern entstehen, wobei die Ferienhäuser und -wohnungen zum Kauf angeboten werden sollen.

Das Vorhaben sei noch aktuell, so Johannes Rasche. Die vertragliche Vereinbarung mit dem Investor stehe. Vollzogen werde der Verkauf aber erst bei festgestelltem Baurecht. Konkret hake dieses im Moment an denkmalschutzrechtlichen Vorgaben. "Je schneller die Regularien geklärt sind, desto schneller geht es mit dem Vorhaben weiter." Helios habe ein Interesse daran, das Gelände alsbald zu veräußern. "Klar ist auch, dass wir jede Form des Hausfriedensbruchs und der Müllablagerung zur Anzeige bringen werden", so Rasche.

In einem Exkurs in die Gesundheitspolitik erläuterte der Geschäftsführer die Hintergründe der Standortschließung und der Zusammenführung aller Disziplinen an der Altenwalder Chaussee: "Wir wollen ein Krankenhaus mit Zukunftspotenzial für die nächsten Jahre und Jahrzehnte betreiben und dort eine verlässliche Versorgung für Cuxhaven und die Region anbieten." Jede Klinik, die wirtschaftlich betrieben werden könne, entlaste die öffentliche Hand.

Dopch eine allerletzte Chance für gesundheitliche Zwecke?

Die Möglichkeit, dass Helios in Sahlenburg noch einmal gesundheitliche Angebote etablieren wird, schloss Rasche aus, schließlich sei die Zusammenführung der Standorte durch das Land finanziell bezuschusst worden. Dennoch scheint für eine allerletzte Wende der Zug nicht ganz abgefahren. Die Frage, ob ein Verkauf an andere Investoren - mit der Zielrichtung Gesundheit - noch realisierbar sein könnte, wurde jedenfalls nicht kategorisch zurückgewiesen.

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Maren Reese-Winne

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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