Am vergangenen Freitag herrschte strahlender Sonnenschein über Otterndorf. So konnten alle Teilnehmer den letzten Tag ausgiebig genießen. Foto: Rahn
Am vergangenen Freitag herrschte strahlender Sonnenschein über Otterndorf. So konnten alle Teilnehmer den letzten Tag ausgiebig genießen. Foto: Rahn
Jugendfeuerwehr-Kreiszeltlager 2025

"Wichtig, wenn es im Ort brennt": Wie 11 Kinder zur Feuerwehr im Kreis Cuxhaven kamen

11.08.2025

Über 700 junge Feuerwehr-Enthusiasten sind beim Jugendfeuerwehr-Kreiszeltlager 2025 in Otterndorf-Müggendorf aufeinandergetroffen. Sie erinnern sich daran, wie sie den Weg zur Feuerwehr fanden.

Von Max Martin Rahn

Das 8. Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren aus dem Kreis Cuxhaven ist vorbei. Mit über 700 Teilnehmern brachte das Sommercamp Spiel, Spaß, Wettbewerb, wechselhaftes Wetter und vor allem eine gestärkte Gemeinschaft nach Müggendorf. Die Kinder und Jugendlichen landeten auf unterschiedlichen Wegen bei der Jugendfeuerwehr. Elf Mitglieder erzählen, wie es zum Beitritt in die Kinder- oder Jugendfeuerwehr kam. Gerade die Familie spielt in vielen Fällen eine wichtige Rolle.

"Es ist eine unvergleichliche Woche für die Kids", schwärmt der 41-jährige Christopher Schade, Fachbereichsleiter Wettbewerb der Kreisjugendfeuerwehr Cuxhaven. Sein Leben dreht sich ganz um die Feuerwehr. Er ist aktiv in der Jugend und bei der Freiwilligen Feuerwehr Nordholz. Hauptberuflich arbeitet er bei der Flughafenfeuerwehr auf dem Marinefliegerstützpunkt. "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht", schwärmt Schade schmunzelnd.

Christopher Schade, der 41-jährige Fachbereichsleiter Wettbewerb der Kreisjugendfeuerwehr Cuxhaven, war Verantwortlicher für die sogenannte "Jugendflamme". Ein Ausbildungsnachweis in Form eines Abzeichens für die Heranwachsenden. Er zieht ein ausgesprochen positives Fazit zur Woche. Foto: Rahn

Zwei Schwestern der Jugendfeuerwehr Althemmoor besuchen gemeinsam das Sommercamp. Eva, die mit zwölf Jahren Ältere der beiden, fand durch ihren Vater zur Feuerwehr. Sie fühle sich in der Feuerwehr wohl, möchte aber nicht hauptberuflich zu den Brandschützern - im Gegensatz zu ihrer zehnjährigen Schwester Julia. Sowohl Papa als auch Eva hatten Einfluss, dass es Julia zur Jugendwehr zog. Für beide ist es das erste Mal Ferienlager. "Alles ist gut, wirklich alles", schwärmt Eva. Besonders hebt sie die Schwimmprüfung hervor: "Es war kalt und ich musste mich erstmal überwinden." Sie bilanziert freudestrahlend: "Außerdem verstehen sich alle gut." Für die Jüngere der beiden, Julia, war das Tretbootfahren das Besondere. Nach dem Schlechtwetter der ersten Tage hatten die Schwestern das Glück, dass ihre Eltern noch Gummistiefel vorbeibrachten.

Ebenfalls aus der Althemmoorer Jugend stammt die zwölfjährige Abby. Eine Freundin habe sie für die freiwillige Feuerwehr begeistern können, und dabei soll es in der Zukunft auch bleiben. Das Camp beurteilt sie als "ganz gut", aber "zwischendurch langweilig". Auch sie behält besonders die Schwimmprüfung im Gedächtnis.

Von der Jugendfeuerwehr Althemmor: (v.l.) Julia, Abby und Eva. Wie die allermeisten Kinder und Jugendlichen sind die drei Mädchen glücklich, beim Sommercamp dabei gewesen zu sein. Foto: Rahn

Ole (11) von der Jugendwehr Krempel findet es "wichtig, dass immer genug Leute verfügbar sind, wenn es im Ort brennt". Er habe sich Online-Videos von der Feuerwehr angesehen und beschloss daraufhin, selbst einen Beitrag zu leisten. "Es macht Spaß. Alle zwei bis drei Wochen gibt es Übungen", bilanziert Ole. Das Camp an sich sei gut. Allerdings habe er sich den Fuß gestaucht, nachdem ein anderer Teilnehmer ihn ins Wasser geschubst habe. Am letzten Tag vor der Abreise sei er müde. "Die Nächte sind kurz, abends wird laute Musik gespielt", beschwert er sich. Auch das Zelt habe ihm nicht so gut gefallen: Die anderen "rollen sich im Zelt und schnarchen". Am meisten habe die Kanufahrt genervt - wegen der Algen im Wasser.

Sein Wehr-Kamerad Mats (13) äußert sich zum Zeltlager entgegengesetzt: "Das Camp ist gut, das Essen ist gut. Nur das frühe Aufstehen ist blöd." Zur Motivation, bei der Feuerwehr dabei zu sein, antwortet Mats: "In Krempel sind viele bei der freiwilligen Feuerwehr." Beruflich solle es für ihn aber nicht zur Feuerwehr gehen.

Ole (l.) und Mats von der Jugendfeuerwehr aus Krempel. Beide haben unterschiedliche Meinungen zum Camp in Müggendorf. Foto: Rahn

Im Dorf "Vahrenheide", das sich Appeln, Wellen, Altenbruch und Lunestedt teilen, ist für viele die Wasserschlacht der Höhepunkt. Das geben jedenfalls die 16-jährigen Kathleen und Jakob stellvertretend für ihre Kameradinnen und Kameraden preis. Kathleen aus Appeln kam durch ihren Vater zu den Freiwilligen. "Der [Papa] ist schon seit 25 Jahren dabei." So wurde sie schon von klein auf mitgenommen. Das Sommercamp beurteilt sie als "grundsätzlich gut". Die Zusammenarbeit mit den anderen Feuerwehren habe sie überzeugt - "der Essensplan auch". Zwar seien ein paar Querulanten dabei, aber "die Gruppendynamik ist angenehm".

Der im selben Dorf untergebrachte Jakob (16) ist nicht nur bei der Jugendfeuerwehr aktiv, sondern sogar schon bei der Freiwilligen Feuerwehr Wellen. Ein Spritzwasserstand bei einem Staßenfest in Beverstedt und Freunde begeisterten ihn für die Feuerwehrtätigkeiten. Aber "später möchte ich am liebsten in den Rettungsdienst", hofft er. "Abgesehen vom Wetter war das Camp gut", fasst er zusammen. "Die Freizeit war schön, aber das Essen war fragwürdig, die Burger kalt."

Kathleen und Jakob sind beide im Dorf "Vahrenheide" untergebracht. Besonderer Höhepunkt war für beide eine Wasserschlacht am Donnerstag, bei der das ganze Dorf mitmachte. Foto: Rahn

Auch Lina von der Jugendwehr Cadenberge nimmt am Camp teil. Die 15-Jährige trat durch ihren Bruder und Vater in die Feuerwehr ein. Sie hat richtig "Bock drauf" und kann sich vorstellen, ihr Hobby später zum Beruf zu machen. Anstatt mit der Kirchgruppe gen Norwegen zu reisen, entschied sie sich bewusst für die Woche mit der Feuerwehrjugend. "Das Camp macht Spaß und stärkt die Gruppe", bilanziert sie freudig.

Die 15-jährige Lina der Cadenberger Jugend: Sie hätte auch in Norwegen sein können, zog die Jugendfeuerwehr aber vor. Foto: Rahn

Die durch die Marineflieger geprägten Jungs Leon (9) und Kjell (13) wollen als Erwachsene beide zur Fliegerhorstfeuerwehr in Nordholz. Der neunjährige Leon wechselt in Kürze von der Kinder- zur Jugendfeuerwehr. Seine Mutter und eigene Eindrücke brachten ihn zunächst in den Nachwuchs. Abgesehen vom Camp hat "der See besonders gefallen".

Kjell mag "die festen Zelte und das Essen, aber das Wetter war schwierig", sagt er über den anhaltenden Regen. In positiver Erinnerung bleiben ihm die Wikinger-Schach-Spiele. Ihn führte ein Tag der offenen Tür zur Feuerwehr. "Viele [Kinder und Jugendliche] sind beigetreten, 15 bis 20 an dem Tag."

Die Marineflieger prägen den örtlichen Nachwuchs: Leon (l.) und Kjell wollen beide einmal zur Fliegerhorstfeuerwehr in Nordholz. Foto: Rahn

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