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Im Huus Ihlienworth ist es zu einem Legionellen-Befund gekommen. Foto: Kramp
Im Huus Ihlienworth ist es zu einem Legionellen-Befund gekommen. Foto: Kramp
Kommentar

Legionellen im Huus Ihlienworth: Geht man so mit Pflegebedürftigen um? (Kommentar)

von Wiebke Kramp | 17.09.2025 Zuletzt aktualisiert: 18.09.2025 23:03 Uhr

In einem Kommentar bezieht unsere Redakteurin eindeutig Stellung zum Verhalten der Evangelischen Dienste Lilientahl  gGmbH, die in Ihlienworth das Alten- und Pflegeheim betreibt.

Stellen Sie sich vor, Sie sind alt, gebrechlich, leiden möglicherweise unter Inkontinenz, sind pflegebedürftig und müssen sechs Wochen auf eine funktionierende Dusche verzichten. Graust es Ihnen bei dieser Vorstellung ebenso wie mir? Und doch war dies Alltag für Bewohnerinnen und Bewohner des Seniorenheims Huus Ihlienworth, betrieben von der Evangelische Diensten Lilienthal gemeinnützige GmbH.

Abwaschen mit Kannen und Bechern

Ist es ein respektvoller Umgang, alte, hilfsbedürftige Menschen auf Dauer mit Kannen und Bechern abzuwaschen? Ich wage es zu bezweifeln. Dies befindet sich jenseits meiner Vorstellungskraft. Wie jetzt vom Landkreis Cuxhaven zu erfahren war, soll es sich sogar nur um drei Duschen gehandelt haben, die von Legionellen betroffen gewesen sein sollen. Ob dabei überreagiert wurde, kann ich nicht beurteilen. Aber der Betreiber hat die ganze Anlage wochenlang sperren lassen, ohne zumindest  für adäquaten Ersatz, zum Beispiel in Form von Duschcontainern, zu sorgen. Diese Situation empfinde ich als sträflich. Dass dieser Missstand nicht früher aufs Tapet kam und behoben wurde, hat sicherlich mit der "Generation klaglos" zu tun.

Nachkriegsjahre in lebhafter Erinnerung

Die Bewohnerinnen und Bewohner haben meist ein Alter erreicht, in dem sie die entbehrungsreichen Kriegs- und Nachkriegsjahre noch in lebhafter Erinnerung haben und erfahrungsgemäß ihre Bedürfnisse eher bescheiden und leise hinten anstellen. Umso schlimmer, so mit ihnen im Alter umzugehen. Solche Behandlung haben sie nicht verdient! Dabei sind in meinen Augen Bedauern und Entschuldigungen das Mindeste, das Geschäftsführung und Einrichtungsleitung den alten Menschen entgegenbringen müssen. Angemessen und anständig wäre vielmehr eine Rückzahlung eines Sockelbetrages für die Zeit, in der die Senioren auf Duschen haben verzichten müssen.

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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