Bau des Dorfgemeinschaftshauses in Lamstedt: Grundsteinlegung mit Seltenheitswert
LAMSTEDT. Die Dorfgemeinschaft in Nindorf packt beim Neubau des Lamstedter Dorfgemeinschaftshauses mit an. Und eine solche Grundsteinlegung hat Seltenheitswert.
Statt die Maurerkelle zu schwingen und eine Zeitkapsel mit der aktuellen NEZ, Dokumenten und Münzen in einen ausgehöhlten Stein zu legen, wurden alte Schlüssel als symbolischer Auftakt für den über eine Million Euro teuren Neubau des Dorfgemeinschaftshauses in Lamstedt-Nindorf versenkt. Ein Projekt für und auch der Bürgerinnen und Bürger...
Nur ein kleiner Kreis
Normalerweise wäre eine Grundsteinlegung sicherlich in einem anderen und größeren Rahmen erfolgt, doch coronabedingt wurde der Kreis der Beteiligten sehr klein gehalten. Dass Vertreter der Nindorfer Vereine und Verbände - vom Schützenverein über das DRK bis hin zum Sportclub - eingeladen waren, hatte einen besonderen Grund: Ohne ihre Eigenleistung, die monetär einem Gegenwert von rund 200.000 Euro entspricht, wäre der Neubau nicht möglich. Viele Ehrenamtliche aus den Vereinen haben ihre Bereitschaft erklärt, sich an den Bauarbeiten zu beteiligen, damit es endlich wieder einen zentralen und modernen Treffpunkt für Aktivitäten, Versammlungen und Feiern gibt. Auch der tragische Unfall beim Bau stoppt die Dorfgemeinschaft nicht.
Bislang geschah dies auf dem Saal und in den Räumen der inzwischen geschlossenen Gaststätte Tiedemann oder aber eben auch in der "Ohlen Dörpschool", die Ende 2021 abgerissen worden war, um Platz für den Neubau zu schaffen. Dieser wird mit bis zu 500.000 Euro aus einem EU-Förderprogramm bezuschusst. Den Rest steuert die Gemeinde bei.
Bevölkerung ist dabei
Bürgermeister Manfred Knust war bei der unkonventionellen Grundsteinlegung stolz darauf, dass die Bevölkerung mitzieht und ihren eigenen Beitrag leistet, um ein solches Millionen-Projekt zu finanzieren: "Das ist eine tolle Leistung", sagte er, bevor er und die anderen Beteiligten die alten Schlüssel in den Grundstein warfen. Dabei handelte es sich um Schlüssel der "Ohlen Dörpschool", die nun Teil des neuen Dorfgemeinschaftshauses sind: "Der Geist des alten Hauses und damit der Dorfgemeinschaft wird nun auch Teil des neuen Gebäudes", meinte Knust. Der Bürgermeister dankte auch der Bauabteilung der Verwaltung und dem "Dorfingenieur" Stefan Jungclaus, der ehrenamtlich die Arbeiten der Vereine koordiniert.
Zugleich überbrachte er die Grüße eines Nindorfers, der bei den Abrissarbeiten schwerste Verletzungen erlitten hatte (wir berichteten), aber sich nun auf dem Weg der Besserung befinde: "Er hat mir heute noch am Telefon gesagt, dass er sich freut, dass ihr als seine Mitbürgerinnen und Mitbürger weiterhin tatkräftig dafür sorgen wollt, dass wir einen neuen Treffpunkt bekommen." Ob die Eröffnung aber noch in diesem Jahr erfolgt, ist für Manfred Knust angesichts mehrerer Faktoren noch fraglich.