Das Bremer Start-Up-Unternehmen "MyEnso" will im 1500-Einwohner-Ort Ihlienworth einen rund um die Uhr geöffneten Supermarkt eröffnen. Nur die Frage nach dem "Wann" ist noch nicht final geklärt. Aktuell wird an einer Übergangslösung gearbeitet. Foto: MyEnso
Das Bremer Start-Up-Unternehmen "MyEnso" will im 1500-Einwohner-Ort Ihlienworth einen rund um die Uhr geöffneten Supermarkt eröffnen. Nur die Frage nach dem "Wann" ist noch nicht final geklärt. Aktuell wird an einer Übergangslösung gearbeitet. Foto: MyEnso
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In Ihlienworth wächst die Ungeduld: Wann kommt der Lebensmittelmarkt "Tante Enso"?

von Christian Mangels | 19.09.2022

IHLIENWORTH. Eine Übergangslösung für den geplanten Lebensmittelmarkt in Ihlienworth ist in Vorbereitung, aber Container sind schwer zu bekommen.

In der Gemeinde Ihlienworth machen sich Ungeduld und Unzufriedenheit breit: Wann kommt der "Tante Enso"-Markt? Im September 2021 hatte das Bremer Unternehmen "MyEnso" nach einer erfolgreichen Teilhabergenerierung zugesagt, einen Lebensmittelmarkt im Sietland-Dorf zu eröffnen. Viele freuten sich auf eine attraktive Einkaufsmöglichkeit in der Nachbarschaft. Dann ist es ruhig geworden um den "Tante Enso"-Laden.

"Wann kommt er denn endlich?" fragen viele Ihlienworther und meinen damit den sehnlichst erwarteten Lebensmittelmarkt "Tante Enso". "Der Unmut wächst", weiß Christian Roth, Bürgermeister der 1500-Einwohner-Gemeinde. Fast genau ein Jahr ist es her, dass die erforderliche Zahl von 300 Teilhabern für die Errichtung eines "Tante Enso"- Marktes erreicht wurde -die Ihlienworther feierten diesen Erfolg geradezu überschwänglich. Aus der anfänglichen Euphorie ist längst so etwas wie Ernüchterung geworden. Das Projekt scheint ins Stocken zu geraten.

Wartezeit überbrücken

"Im Hintergrund passiert ganz viel", widerspricht die stellvertretende Gemeindedirektorin Francesca Dock. Es werde an einer Übergangslösung mit Containern gearbeitet, um die Wartezeit bis zur Eröffnung des eigentlichen Marktes zu überbrücken. 

Das große Problem: Container sind derzeit schwer zu bekommen. "Das hängt mit dem Ukraine-Krieg zusammen. Die wenigen Container, die es gibt, werden als Flüchtlingsunterkünfte benötigt", erklärt Francesca Dock. Für Anbieter sei es aktuell lukrativer, Container zu vermieten als sie zu verkaufen. Einen Container zu mieten, sei für das Unternehmen MyEnso aber nicht rentabel. Die Suche nach einem Kauf-Container geht also weiter.

Verfahren geht seinen Gang

Derweil läuft das Genehmigungs- und Bauverfahren für den eigentlichen Lebensmittelmarkt weiter. Unternehmer Michael Saft, mit dem "MyEnso" zusammenarbeitet, hat das Baugrundstück für den Neubau in der Dorfmitte von der Gemeinde gekauft. Der Abriss der Altgebäude konnte erst erfolgen, als die dort lebenden Störche ausgezogen sind, deshalb kam es zu weiteren Verzögerungen. "Wir sind raus", sagt Francesca Dock und meint damit, dass die Gemeinde Ihlienworth ihren Part erledigt hat. Sie zeigt durchaus Verständnis für die Ungeduld im Dorf, sagt aber auch: "Das muss allen klar sein, dass man einen neuen Supermarkt nicht von heute auf morgen aus dem Boden stampfen kann." Die stellvertretende Gemeindedirektorin räumt allerdings ein, dass die Kommunikationspolitik auf Seiten von MyEnso besser laufen könnte.

Auch in anderen Orten aktiv

MyEnso-Gründer und Geschäftsführer Thorsten Bausch wollte sich im Gespräch mit unserer Zeitung zum aktuellen Status des Ihlienworther Projekts nicht äußern. Das Unternehmen ist mittlerweile auch in anderen Orten im Landkreis Cuxhaven aktiv. So plant "MyEnso" genossenschaftlich getragene Mini-Supermärkte in Lintig, Drangstedt und Sievern (alle Stadt Geestland) sowie in Spieka (Gemeinde Wurster Nordseeküste).

Bundesweit soll das Konzept auf 800 bis 1000 Standorte ausgedehnt werden. Ende 2022 soll es bereits 25 bis 35 "Tante Enso"-Läden geben, so die Unternehmensstrategie.

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