Vor der Arztpraxis wird der Mann angezündet. Am Tag danach sind noch die Spuren am Gehweg zu erkennen. Foto: Lütt
Vor der Arztpraxis wird der Mann angezündet. Am Tag danach sind noch die Spuren am Gehweg zu erkennen. Foto: Lütt
Opfer mit Benzin übergossen

Mann in Cuxhaven angezündet: Erster Prozesstag bringt beim Motiv Licht ins Dunkel

von Kai Koppe | 04.03.2025

Ein 37-Jähriger soll in Cuxhaven-Altenwalde einen Mann mit Benzin übergossen und angezündet haben. Die Tat wird vor dem Landgericht Stade verhandelt - während beim Motiv schon Licht ins Dunkel kommen könnte.

Ein 37-Jähriger ist vor dem Landgericht Stade des versuchten Mordes und der gefährlichen Körperverletzung angeklagt worden. Ihm wird zur Last gelegt, in Altenwalde einem anderen Mann aufgelauert, ihn mit Benzin übergossen und angezündet zu haben.

Der gegenwärtig im Maßregelvollzug untergebrachte Angeklagte sei zum Tatzeitpunkt schuldunfähig gewesen, hieß es im Rahmen der Anklageverlesung. Am Dienstag (4. März 2025), dem Tag des Prozessauftaktes, wurde noch nicht erläutert, inwieweit der aus der Ukraine stammende Cuxhavener zum Tatzeitpunkt nicht Herr seiner Sinne oder seines Handelns gewesen sein soll.

Hat der Angeklagte mit dem Tode gedroht?

Zur Sprache kam, dass sich zwischen dem in Scheidung lebenden Beschuldigten und einer hiesigen Ärztin eine Liebesbeziehung angebahnt habe. Offenbar ging die Ärztin aber nach kurzer Zeit auf Distanz zu ihrem ehemaligen Patienten. Als sie den Kontakt zu dem Beschuldigten beenden wollte, reagierte dieser nach Darstellung der Staatsanwaltschaft krankhaft eifersüchtig. Er soll gedroht haben, jeden Mann zu töten, der sich der Frau nähern würde.

Vor dem Landgericht Stade muss sich seit Dienstag ein 37-Jähriger wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung verantworten. Foto: Koppe

Für die Staatsanwaltschaft steht außer Frage, dass der Angeklagte einem Passanten nach dem Leben trachtete, als er jenen am 12. September auf dessen Nachhauseweg auf der Hauptstraße abpasste. Aus niederen Beweggründen habe er den anderen heimtückisch zu töten versucht, heißt es in der Anklageschrift, nach deren Wortlaut der Beschuldigte den mutmaßlichen Nebenbuhler überraschte, indem er sich zunächst hinter einer Papiertonne verbarg, dann hervorsprang und Benzin auf das arglose Opfer kippte.

Ein Teil der Kleidung des 68-jährigen Geschädigten soll dabei durchtränkt worden sein. Dessen Jacke in Brand zu setzen, gelang dem Angeklagten jedoch erst, als er dem Mann, der zu fliehen versuchte, nachsetzte, ihn einholte und niederrang.

Opfer erlitt Verbrennungen im Oberkörperbereich

Der Geschädigte soll Verbrennungen ersten und zweiten Grades im Bereich von Armen und Oberkörper erlitten haben; schlimmere Verletzungen konnte das Opfer offenbar abwenden, indem es sich geistesgegenwärtig Jacke und Pullover vom Leib riss. Der Angeklagte soll später bei einem Discounter von einem SEK-Team überwältigt worden sein.

Zu den Vorwürfen schwieg der Angeklagte am ersten Verhandlungstag. Sein Anwalt kündigte an, dass sein Mandant beim nächsten Gerichtstermin eine Erklärung abgeben wolle.

Der Kammervorsitzende kündigte am Dienstag an, im Laufe des Verfahrens zusätzliche Zeugen vorladen zu wollen, darunter offenbar auch Stimmen, die darüber berichten könnten, dass der 37-Jährige in vor der aktuell angeklagten Tat liegenden Zeiträumen auffällig geworden ist. "Es gibt Sachen, die sich vorher zugetragen haben", sagte Richter Erik Paarmann und erwähnte unter anderem eine Widerstandshandlung.

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Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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