Am Tag nach dem brutalen Angriff in Altenwalde waren Reste von Löschmittel am Straßenrand zu sehen. Foto: Lütt
Am Tag nach dem brutalen Angriff in Altenwalde waren Reste von Löschmittel am Straßenrand zu sehen. Foto: Lütt
Prozess beginnt

Mann in Altenwalde angezündet: Cuxhavener steht jetzt vor dem Landgericht Stade

von Frank Lütt | 03.03.2025

Ein halbes Jahr nach der Tat in Altenwalde beginnt der Prozess gegen den 37-jährigen Beschuldigten aus Cuxhaven, der einen anderen Mann mit Benzin übergoss und anzündete. Versuchter Mord lautet die Anklage, aber womöglich war er schuldunfähig.

Der Vorfall am Abend des 12. Septembers im vergangenen Jahr schockierte viele Menschen, nicht nur in Altenwalde, wo die Polizei letztlich wegen versuchten Mordes ermitteln musste. Ein 37-jähriger Mann aus Cuxhaven übergoss gegen 21 Uhr einen 68-jährigen Cuxhavener mit einer brennbaren Flüssigkeit und setzte ihn in Brand. Die Tat ereignete sich auf dem Gehweg der Hauptstraße vor einer Arztpraxis.

Das Opfer erlitt Verbrennungen und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der Beschuldigte floh vom Tatort, konnte jedoch in den frühen Morgenstunden des folgenden Tages im Stadtgebiet Cuxhavens durch ein Spezialeinsatzkommando vorläufig festgenommen werden. Der Festnahmeort war gut fünf Kilometer vom Tatort entfernt. In einem Discounter an der Brockeswalder Chaussee klickten die Handschellen.

Die Scheibe in der Glasfront des Einkaufsmarktes ist zersprungen. Der mutmaßliche Täter soll sie zunächst eingeschlagen haben und dann über die Öffnung in den Verkaufsraum gestiegen sein, um sich dort zu verbarrikadieren. Foto: Lütt

Augenzeugen berichten unserem Medienhaus davon, dass sich der Mann zunächst im Bereich der Einkaufswagen vor dem Discounter verschanzte - bewaffnet mit einem Hammer und einem Messer. Von dort aus soll er hinter sich die mittlere der drei Schaufensterscheiben eingeschlagen haben. Über die kaputte Glasfront soll er in den Markt gestiegen sein. Im Verkaufsraum, wo sich der Mann laut Polizeisprecher Hertz verbarrikadiert hatte, erfolgte am frühen Morgen der Zugriff durch das SEK.

Die Scheibe in der Glasfront des Einkaufsmarktes ist zersprungen. Foto: Lütt

Zur Beziehung zwischen mutmaßlichem Täter und Opfer wollte die Polizei damals keine weiteren Details preisgeben, bestätigte jedoch, dass sich die beiden bereits vor der Tat kannten. "Es handelt sich nicht um ein zufällig ausgesuchtes Opfer."

Auch zu unbestätigten Informationen über eine mögliche Verbindung des Beschuldigten zu einem früheren SEK-Einsatz in der Wernerstraße in Cuxhaven konnte die Polizei seinerzeit keine Angaben machen.

Auf die Frage nach der Nationalität des Beschuldigten stellte der Polizeisprecher klar, dass dies für den Fall irrelevant sei. "Der Sachverhalt ändert sich dadurch nicht. Es ist für den Fall nicht von Bedeutung."

"Heute leider keine Leergutrückgabe!", ist am Tag nach der Festnahme auf einem Zettel zu lesen. Foto: Lütt

Nun soll der Prozess vor der 1. Großen Strafkammer des Landgerichts Stade Klarheit verschaffen. Ab Dienstag, 4. März 2025, muss sich der 37-Jährige für die Tat verantworten, aber der Tatvorwurf lautet: "Versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung im Zustand der Schuldunfähigkeit". Weiter heißt es in der Mitteilung des Gerichts: "Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beschuldigte im Zeitpunkt der Tat schuldunfähig gewesen ist." Dementsprechend wird die Tat eventuell nicht bestraft. Um das oder das Gegenteil festzustellen, hat die Strafkammer schon einmal neun Prozesstage angesetzt.

Laut Mitteilung des Gerichts, soll der Beschuldigte einem Mann, dem er ein Verhältnis zu seiner ehemaligen Freundin nachgesagt haben soll, vor seinem Arbeitsplatz in Cuxhaven aufgelauert und mit Benzin übergossen haben. Nachdem das Opfer vergeblich versucht haben soll zu flüchten, soll es zu einer Rangelei gekommen sein. Der 37-Jährige soll dann die Bekleidung des 68-Jährigen in Brand gesetzt haben. Das Opfer habe einen Teil seiner Kleidung ausziehen können und so schwerere Verletzungen verhindert.

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