Vom Hamburger Leuchtturm gibt es einen Panoramablick auf den Schiffsverkehr auf der Elbe. Foto: Frank Lütt
Vom Hamburger Leuchtturm gibt es einen Panoramablick auf den Schiffsverkehr auf der Elbe. Foto: Frank Lütt
Maritimes Denkmal

Hamburger Leuchtturm als Cuxhavens ungewöhnlichste Ferienwohnung: Start verschoben

von Wiebke Kramp | 14.10.2023

Einst wies sein Licht der Schifffahrt den Weg in die Elbe und Deutsche Bucht. Demnächst ist der 220 Jahre alte Hamburger Leuchtturm Cuxhavens ungewöhnlichste Ferienwohnung. Die Eröffnung musste allerdings aus bestimmten Gründen verschoben werden.

Er ist ein bedeutendes architektonisches Denkmal und Cuxhavens ältester Leuchtturm. Demnächst kann hier übernachtet werden. Die Nutzung ist aber ausdrücklich nur für zwei Personen erlaubt. Doch bis im Kuppelgeschoss gekuschelt werden darf, dauert es doch noch ein bisschen. Buchbar ist die Location aber schon jetzt. 

Mehr Panorama geht kaum: Urlauber können demnächst Cuxhaven den Blick aus der Vogelperspektive über die Häfen und die Elbmündung schweifen lassen. Allerdings sollten sie gut zu Fuß sein. Denn bis zum maßgefertigten 1,40 mal 2 Meter Bett in der gläsernen Kuppel muss die Wendeltreppe mit 104 hölzernen Treppenstufen bewältigt. Dort oben befindet sich auch die denkmalgeschützte Optik, die 18-eckige Laterne. Die Schlafstelle wird darum gebaut.

Die neuen Besitzer Katrin und Wilhelm Mohrmann, geschäftsführender Gesellschafter der Cobus-Unternehmensgruppe mit Sitz in Rheda-Wiedenbrück, hatten sich im März mit dem Kauf des Wahrzeichens einen Traum erfüllt.

Die Leuchtturmbesitzer, Ehepaar Katrin (r.) und Wilhelm Mohrmann, mit Cuxhavens stellvertretender Bürgermeisterin Christine Babacé (M.) in der Kuppel des Hamburger Leuchtturms. Aus dem gläsernen Kuppelgeschoss wird demnächst ein Schlafzimmer. Foto: Kramp

Eigentlich peilten sie nach Umbauarbeiten für die Eröffnung der exklusiven Ferienunterkunft den Oktober an. Daraus wurde aber nichts: Die Sanierungsarbeiten sowie für den Rundbau maßgefertigte Einrichtungsgegenstände lassen nun den Termin auf Ende November rücken. Das liege jetzt vor allem an der Sonderanfertigung der Matratze, die nicht vorher geliefert werden könne, verriet die Eigentümerin. Und ein Bett ohne Matratze möchten sie schließlich keinem zumuten.

Die Nutzfläche hinter den ein Meter dicken Backsteinmauern beträgt 67 Quadratmeter. Auch ein Badezimmer und eine Küche sind im Gebäude untergebracht.

Für die exklusive Übernachtung wird auch ein stolzer Preis verlangt: 390 Euro kostet die Nacht, Brötchenbringservice inklusive. Doch die Gäste werden entschädigt mit dem 360 Grad Blick auf das maritime Geschehen: Containerriesen, Kreuzfahrt- oder Segelschiffe, Ausflugsdampfer und Schnellfähren passieren den Hamburger Leuchtturm.

Der neue Innenputz ist schon angebracht. Eine Luft-Wärme-Pumpe soll für eine bessere energetische Bilanz sorgen. Der Umbau geschieht in enger Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde. Auch die Eigentümer packten mit an: "Wir waren schon einige Wochenende hier in Cuxhaven und haben hier mit aufgeräumt", sagte Katrin Mohrmann.

Cuxhavens stellvertretende Bürgermeisterin Christine Babacé , der städtische Baudezernent Andreas Eickmann, Michael Tietz von der Bauaufsicht, sowie beauftragte Handwerksunternehmen nahmen unter anderem die Einladung an, sich vom Stand der Umbaumaßnahmen ein eigenes Bild zu machen. Andreas Eickmann lobte: "Man sieht, dass hier Wert auf Gestaltung gelegt wird. Der Eigentümer Mohrmann nickte bestätigend, meinte aber angesichts zahlreicher notwendiger Sonderanfertigungen launig: "Man erschrickt aber auch, wenn man nach unten rechts auf die Rechnung guckt …"

Dicke Mauern atmen Cuxhavener Stadtgeschichte

Der 23 Meter hohe Turm wurde 1802 bis 1803 an der Elbmündung im damaligen Amt Ritzebüttel gebaut, das zu Hamburg gehörte.

Der Hamburger Leuchtturm wurde am 15. November 1805 in Betrieb genommen. In seinen Anfangsjahren wurde er mit Rohöl befeuert, später mit Petroleum. 1905 wurde Gas eingesetzt und ab 1972 leuchtete er elektrisch. Ab 1972 schickte er weißes Licht aus einer 1500 Watt-Birne rund acht Seemeilen nach Norden und rotes Licht circa sechs Seemeilen nordöstlich in die Elbmündung. Er leuchtet seit 2001 nicht mehr, aber die Optik in der Geschosskuppel ist noch vorhanden.

Cuxhavener Wahrzeichen stand ein Jahr zum Verkauf

Das denkmalgeschützte Bauwerk stand ein Jahr für 575.000 Euro plus Courtage zum Verkauf. Für den über 80-jährigen Vorbesitzer war der Weg aus Süddeutschland zu beschwerlich geworden. Er hatte den Turm 2005 aus einer Zwangsversteigerung erworben und umfangreiche Instandsetzungsarbeiten vornehmen lassen.

Die neuen Besitzer Wilhelm und Katrin Mormann leben in Hannover und Enger (Ostwestfalen). Sie haben Erfahrungen mit dem Umbau und der Vermarktung von Immobilien.

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Wiebke Kramp

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

wkramp@no-spamcuxonline.de

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