Gegenüber dem Eingang zum Lotsenviertel am Alten Deichweg soll der Deichbalkon entstehen. Die alte Deichschutzmauer wird in diesem Bereich auf einer Länge von 22 Metern entfernt, um Platz für eine großzügige, barrierefreie Rampe und eine erneuerte Deichtreppe zu schaffen. Grafik: Stadt Cuxhaven/Treibhaus/IST
Gegenüber dem Eingang zum Lotsenviertel am Alten Deichweg soll der Deichbalkon entstehen. Die alte Deichschutzmauer wird in diesem Bereich auf einer Länge von 22 Metern entfernt, um Platz für eine großzügige, barrierefreie Rampe und eine erneuerte Deichtreppe zu schaffen. Grafik: Stadt Cuxhaven/Treibhaus/IST
Band verbindet Stadt und Deich

Deichband-Planung steht zu 99 Prozent: Wie das Großprojekt Cuxhaven verändern wird

von Jens Potschka | 05.03.2025

Ein ambitioniertes Projekt soll Cuxhavens Stadtbild revolutionieren: Das Deichband verspricht nicht nur architektonische Highlights, sondern auch eine harmonische Verbindung von Tradition und Moderne. Doch wie wird sich dies auf den Alltag auswirken?

Die Spannung war spürbar im bis auf den letzten Platz gefüllten Sitzungssaal Penzance des Cuxhavener Rathauses. Wer keinen Sitzplatz ergatterte, verfolgte stehend die Vorstellung der Ausführungsplanung zum viel diskutierten Projekt "Deichband für Cuxhaven". In der Sitzung des Bauausschusses wurden die überarbeiteten Entwürfe präsentiert, und sie sorgten einmal mehr für großes Interesse und Diskussionen.

Mit dem Deichband soll ein verbindendes Element zwischen Stadt und Wasser geschaffen werden, das historisches Erbe und moderne Stadtentwicklung harmonisch vereint. Die Planungen sehen unter anderem ein völlig neugestaltetes Areal am Slippen, ein architektonisch beeindruckendes Deichfenster an der Konrad-Adenauer-Allee und einen Deichbalkon vor. Beim Letzteren handelt es sich um eine Plattform, die künftig neue Perspektiven auf den Eingang zum Lotsenviertel und die City-Marina ermöglicht.  

Deichbalkon ein Herzstück der neuen Gestaltung

Ein Augenmerk galt in der jüngsten Sitzung dem Deichbalkon, der gegenüber dem Eingang zum Lotsenviertel am Alten Deichweg entstehen soll. Hier wird die bestehende Deichschutzmauer auf einer Länge von 22 Metern entfernt, um Platz für eine großzügige, barrierefreie Rampe und eine erneuerte Deichtreppe zu schaffen. Der Deichbalkon wird ein Ort der Begegnung und des Ausblicks, erklärte Projektleiterin Julia Gäckle vom Hamburger Landschaftsarchitekturbüro Treibhaus.

Die Deichstraße wird sich aller Voraussicht nach stark verändern. Foto: Koppe

Die Neugestaltung des Bereichs am Slippen bringt nicht nur optische, sondern auch verkehrliche Veränderungen mit sich. Die beiden Deichseiten, die seit Ende 2024 nicht mehr durch die alte Betonbrücke verbunden sind, werden durch zwei barrierefreie Rampen erreichbar sein. Eine einheitliche Pflasterung und klare Verkehrsführung sorgen auf dem Platz am Slippen künftig dafür, dass sich Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer sicher und geordnet bewegen können. Auf dem Deich selbst wird Radfahren nicht gestattet sein - eine Absperrung soll es auf den neu gestalteten Deichrampen trotzdem nicht geben. Die Planer setzen hier auf die Einsicht und Vernunft der Zweiradfahrer.

Ein Bagger hat die historische am Slippen bereits abgerissen. Foto: Potschka

Weniger Parkplätze, mehr Aufenthaltsqualität

Die bisher vorhandenen 50 Stellplätze entlang der Deichstraße werden um 50 Prozent reduziert. Wie berichtet, hat eine Parkplatzanalyse aus dem Jahr 2024 ergeben, dass der Bedarf an Stellflächen entlang der Deichstraße geringer ist als ursprünglich angenommen. Die aktuelle Planung sieht 24 Parkboxen entlang der Fahrradstraße vor.

Deichfenster als architektonisches Highlight

Ein weiteres zentrales Element des Deichbands ist das sogenannte Deichfenster, das neben dem NPorts-Gebäude an der Ecke Deichstraße/Konrad-Adenauer-Allee entsteht. Hier wird der Gründeich ein Stück weit aufgebrochen, um eine Sichtachse auf das Wasser zu schaffen. Sitzstufen und ein Platzbereich laden zum Verweilen ein und bieten einen Blick auf den Ritzebüttler Schleusenpriel. 

Ein weiteres zentrales Element des Deichbands ist das sogenannte Deichfenster, das neben dem NPorts-Gebäude an der Konrad-Adenauer-Allee entsteht. Hier wird der Gründeich ein Stück weit aufgebrochen, um eine Sichtachse auf den Ritzebüttler Schleusenpriel. Grafik: Stadt Cuxhaven/Treibhaus/IST

Die historische Deichschutzmauer entlang der Deichstraße wird nicht nur erhalten, sondern kreativ in die Neugestaltung integriert. Begrünte Flächen, urbane Kunst und Informationsbereiche sollen eine Balance zwischen Tradition und Moderne schaffen. Ergänzt wird das Konzept durch robuste, einheimische Bepflanzung, die den ökologischen Wert des Areals steigert. 

Baubeginn in diesem Sommer

Die Ausführungsplanung steht zu 99 Prozent fest, wie auf der jüngsten Bauausschusssitzung betont wurde. Auch die Materialien für Pflasterungen, Sitzgelegenheiten und Anpflanzungen sind weitgehend ausgewählt. Die werden in den kommenden Wochen abgeschlossen sein, sodass dem Baubeginn im Sommer 2025 nichts mehr im Wege steht.  

Bis Ende 2026 werden sich die Bereiche am Slippen, der Deichbalkon und das Deichfenster völlig neu präsentieren als Herzstück eines modernen Cuxhavens, das Geschichte, Gegenwart und Zukunft auf beeindruckende Weise verbindet.

Das ist das Deichband-Projekt

Das "Deichband für Cuxhaven" ist ein städtebauliches Großprojekt, das die Stadt enger mit dem Wasser verbinden und attraktive, öffentlich zugängliche Räume entlang des Deichs schaffen soll. Historische Elemente werden bewahrt und kreativ integriert, während moderne Architektur und durchdachte Landschaftsplanung den Deich zu einem Ort der Begegnung und Erholung machen.

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Jens Potschka

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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