Neue Pläne für Alte Liebe in Cuxhaven: Eine Vorzeigegeschichte mit Schönheitsflecken
In der Cuxhavener Ratssitzung hat der Hafenbetreiber Niedersachsen Ports einen überarbeiteten Entwurf für die Sanierung der Alten Liebe vorgestellt. Ursächlich dafür ist der Druck der Öffentlichkeit. Ein Erfolg mit Schönheitsflecken. Ein Kommentar.
Eine Vielzahl von Menschen bringt eine Petition auf den Weg. Eine Landesgesellschaft überdenkt daraufhin ihre Pläne und lenkt ein. Das ist eine gute Geschichte. Vielleicht sogar ein Musterbeispiel für bürgerschaftliches Engagement.
Dass die Unterzeichner mit ihrer Initiative etwas erreicht haben, steht außer Frage. Dennoch hat die vermeintliche Vorzeigegeschichte ein oder zwei Kratzer. Nicht nur wegen jener zehn Prozent, die Berichten zufolge Verantwortungsträger beschimpften oder gar bedrohten. Problematisch sind auch Argumente, die zurechtgebogen werden, damit sie passen.

So verweist die Urheberin der Petition erneut auf einen Denkmalstatus der Alten Liebe - den es faktisch nicht gibt. Richtig ist: Der Ort ist historisch bedeutsam für die maritime Geschichte Cuxhavens. Am heutigen Deck ist aber kein Nagel, keine Bohle historisch. Wer fair argumentiert, muss hier genau differenzieren.
Fairness heißt auch, anzuerkennen, dass sich die Niedersachsen Ports GmbH bewegt hat. Das muss niemand bejubeln. Aber man kann es respektieren. Einige Bürger - das finde ich gut - haben das getan.