Ärger um „Annegret“: Die schwimmende Ramme setzt die 60 bis 72 Meter langen Schrägpfähle für die künftigen Liegeplätze 5 bis 7. Foto: Larschow
Ärger um „Annegret“: Die schwimmende Ramme setzt die 60 bis 72 Meter langen Schrägpfähle für die künftigen Liegeplätze 5 bis 7. Foto: Larschow
Liegeplätze 5 bis 7

Gestörte Sonntagsruhe in Cuxhaven: NPorts bezieht vor Bürgergespräch Stellung

von Kai Koppe | 08.09.2025

Der Lärm von Rammarbeiten aus dem Hafen sorgt in Cuxhaven für Unmut. Bürger beschweren sich über die Störung der Sonntagsruhe, doch die Bauarbeiten gehen weiter. Nun soll ein Bürgergespräch für Beruhigung sorgen.

Rammschläge waren im Cuxhavener Stadtgebiet weithin hörbar, genervte Bürger luden ihren Frust bei der Polizei ab. Die ist nach eigenen Angaben der falsche Adressat für solche Beschwerden. Die tatsächlichen Ansprechpartner stellen sich am Dienstagabend (9. September 2025) einem Bürgergespräch.

Beschwerden über die mit dem Liegeplatzbau verbundene Lärmbelastung sollen sich am vergangenen Wochenende gehäuft haben. Nachdem die Schläge einer auf der Hafenbaustelle eingesetzten Ramme am Sonntagmorgen (7. September 2025) selbst im Innenstadtbereich deutlich zu vernehmen gewesen waren, liefen unter anderem bei der örtlichen Polizei die Telefone heiß. Aber woran lag es eigentlich, dass die Bauarbeiten diesmal als besonders "laut" wahrgenommen wurden?

Insgesamt werden für den Bau der Liegeplätze 5 bis 7 rund 472 Rammrohre verbaut. Foto: Larschow

Wind dürfte einen Einfluss auf die Lautstärke haben

In technischer Hinsicht entsprach das beim Rammen gewählte Verfahren dem der Vorwochen, verändert haben mögen sich jedoch Faktoren, welche die Wahrnehmbarkeit der Schallemissionen erhöhten. Dass der Wind, der am Sonntag mit Geschwindigkeiten zwischen zehn und 15 Kilometern pro Stunde aus östlicher Richtung blies, seinen Teil dazu beigetragen hat, dass die Geräuschbelästigung in großen Teilen des Stadtgebiets als besonders hoch empfunden wurde, ist dabei nur eine These. Gegenüber unserer Redaktion wollte eine NPorts-Sprecherin diese Vermutung weder bestätigen noch dementieren: Erklärungen hierzu würden auf einer für Dienstagabend anberaumten Bürgerveranstaltung abgegeben, der sie nicht vorgreifen wolle.

Einsatz von Geräten ist laut Hafenbetreiber genau getaktet

Nach Angaben der als Bauherrin auftretenden Niedersachsen Ports GmbH (NPorts) gibt es keinerlei Alternativen zum derzeitigen Zeitplan, der Rammarbeiten auch am Wochenende beziehungsweise an den gesetzlich verankerten Ruhetagen vorsieht. Letzteres habe mit dem engen Zeitplan zu tun, erklärte die NPorts-Sprecherin auf Nachfrage der CN/NEZ-Redaktion. Sie verwies dabei auf eine Vorgehensweise, die mit industriellen Produktionsabläufen zu vergleichen sei. Der Einsatz von Pontons und anderen Arbeitsgeräten erfolge aufeinander abgestimmt, wobei das "Verschwimmen" der Geräte nur in einem engen Zeitfenster (nämlich binnen einer Stunde bei Stauwasser) möglich sei.

Der Cuxhavener Hafen aus der Vogelperspektive. Im Vordergrund der Neue Fischereihafen, dahinter die Flächen von CuxPort, rechts oben ist der Umriss der im Bau befindlichen Liegeplätze 5 bis 7 rot eingezeichnet. Foto: Makel

Würde das Zeitfenster verpasst werden oder träten diesbezüglich Verzögerungen ein, hätte das laut NPorts zur Folge, dass ein Arbeitstag verloren ginge und "hintendran" gehängt werden müsse. Problematisch ist solch ein Mehrbedarf an Rammtagen nicht allein in Hinblick auf das angepeilte Fertigstellungsdatum. Wie die dem Land unterstellte Hafen-GmbH bestätigte, gibt es fixe Termine, zu denen die Spülbagger anrücken sollen, um Sediment in die aus Stahl bestehende Trägerkonstruktion zu pumpen. Mutmaßlich geht es darüber hinaus auch um Kosten: Die eingesetzten Spezialgeräte sollen allein durch ihre Bereitstellung einen Aufwand im mittleren fünfstelligen Bereich verursachen - pro Tag wohlgemerkt.

Bürgerdialog am Dienstag: Veranstalter halten den Teilnehmerkreis offen

Zurück zu der oben erwähnten Bürgerrunde: Nach Angaben der Sprecherin gibt es bezüglich des Teilnehmerfeldes von NPorts-Seite keinerlei Vorgaben. Das bedeutet, dass der Informationsabend, der um 18.30 Uhr unmittelbar an der Hafenbaustelle beginnen soll, keineswegs nur für Anwohnerinnen und Anwohner aus dem Stadtteil Groden (jene litten bislang in besonderem Maße unter der Schallemission) gedacht ist. "Kommen können all diejenigen, die sich betroffen fühlen", hieß es zu Wochenbeginn bei der Niedersachsen Ports GmbH, die als Veranstalterin des für den Dienstagabend anberaumten Bürgerdialogs auftritt. "Als Stadt unterstützen wir bei dieser Veranstaltung", warf Marcel Kolbenstetter, Pressesprecher der Stadt Cuxhaven, ein. "Wir möchten, dass die Leute nach wie vor hinter diesem für Cuxhaven wichtigen Projekt stehen."

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Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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