Oliver Ebken wies erneut auf Unregelmäßigkeiten bei seinem Abberufungsverfahren hin. Foto: Koppe
Oliver Ebken wies erneut auf Unregelmäßigkeiten bei seinem Abberufungsverfahren hin. Foto: Koppe
Nach Fraktionsausschluss

"Ordentliches Mitglied": Cuxhavener Ratsherr Oliver Ebken will in Ausschuss zurück

von Kai Koppe | 08.05.2025

Oliver Ebken sorgt erneut für Diskussionen in Cuxhavens Stadtrat: Nach seinem Ausschluss aus der SPD-Fraktion steht nun seine mögliche Rückkehr als beratendes Mitglied im Raum - ausgerechnet in einem Ausschuss, dessen Einführung er einst kritisierte.

Die Personalie Oliver Ebken beschäftigt die Stadtratsmitglieder weiterhin - und wird auch Thema in der Ratssitzung am Donnerstag, 8. Mai 2025, sein. 

Hintergrund ist zum einen der Ausschluss der 54-jährigen Landtagsabgeordneten aus der auf städtischer Ebene arbeitenden SPD-Ratsfraktion: In diesem Zusammenhang blieb zu prüfen, inwieweit die Trennung Einfluss auf das Besetzungsrecht für die dem Rat nachgeordneten Gremien haben könnte. Nachdem eine aus SPD und Grünen gebildete Ratsgruppe durch Ebkens Rauswurf um lediglich ein Mitglied schrumpft, ergeben sich (wie die Verwaltung vorab in einer Sitzungsvorlage mitteilt) allerdings keine Auswirkung auf das Stärkeverhältnis in VA oder Ratsausschüssen. Folgen könnte der Bruch zwischen Ebken und der Rats-SPD allenfalls für die Besetzung des Aufsichtsrats der Nordseeheilbad GmbH haben. Dort war ein Sitz zu Beginn der Ratsperiode im Losverfahren vergeben worden. Auf Antrag hin müsste neu ausgelost werden - in diesem Fall zwischen CDU/Die Demokraten und der Fraktion Die Cuxhavener.

Ebken sieht weiterhin Fehler im Verfahren

Nach Auffassung des Hauptbetroffenen im beschriebenen Themenkomplex dürfte es gar nicht zu den oben beschriebenen Überlegungen kommen: Oliver Ebken hat in einem Schreiben an den Oberbürgermeister erneut darauf hingewiesen, dass ein seinem Fraktionsausschluss vorausgehender Schritt - nämlich die Abberufung aus mehreren Ratsgremien - nicht korrekt abgelaufen ist. Er beruft sich dabei auf Einschätzungen der Kommunalaufsicht - und weist darauf hin, dass auch ein Versuch, den Zustand in der März-Sitzung des Rates zu heilen, seiner Ansicht nach nicht den eigentlich anzuwendenden Regeln entsprach.

Deshalb sei er "weiterhin ordentliches Mitglied der betroffenen Ausschüsse und Aufsichtsräte", argumentiert Ebken, der andererseits eine weitere Karte spielt: Seit dem Rats-SPD-Ausschluss fraktions- und gruppenlos, macht er sein Recht geltend, als beratendes Mitglied in einen Rats-Ausschuss seiner Wahl berufen zu werden. Einen entsprechenden Beschlussvorschlag hat die Verwaltung im Vorfeld der bevorstehenden Ratssitzung vorbereitet.

SPD-Fraktion zweifelt nicht an ordnungsgemäßem Ablauf

Ironischerweise sei das Gremium, in welchem der Genannte nun in beratender Funktion mitwirken wolle, ausgerechnet der Ausschuss für Hafen- und Siedlungsentwicklung. Also jene Instanz, gegen deren Einführung sich Ebken seinerzeit vehement gewandt habe: Das merkte in dieser Woche der SPD-Ratsfraktionsvorsitzende Gunnar Wegener an, der bekräftigte, dass er davon ausgehe, dass im Abberufungsverfahren am 13. März "alles ordnungsgemäß gelaufen" sei. Deshalb hätten die Mitglieder der aus SPD, Grünen und Wählergemeinschaft bestehenden Ratskooperation aktuell auch keine Veranlassung gesehen, "Akten zu lesen".

Wie berichtet, hatte die Stadtverwaltung unlängst einem Begehren von CDU/Die Demokraten entsprochen, Einblick in interne Aufzeichnungen zum Fall Ebken zu nehmen.

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?

(1 Stern: Nicht gut | 5 Sterne: Sehr gut)

Feedback senden

CNV-Newsletter

Wissen, was im Cuxland los ist: Alle wichtigen Nachrichten aus der Stadt und dem Landkreis Cuxhaven direkt in Ihr Postfach. Hier für den CNV-Newsletter anmelden.


Top Nachrichten



Bild von Kai Koppe
Kai Koppe

Redakteur
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

koppe@no-spamcnv-medien.de

Lesen Sie auch...
Oberbürgermeister-Wahl

CDU-Kandidat Thomas Brunken nimmt eine Wechselstimmung in Cuxhaven wahr

von Frank Lütt

Thomas Brunken, CDU-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters in Cuxhaven, spürt eine Wechselstimmung und bereitet sich auf eine mögliche Stichwahl gegen Amtsinhaber Uwe Santjer vor. Seine Bürgernähe und politische Erfahrung sollen dabei helfen.

Kommunalwahl 2026

"Ich bin die letzte Patrone" - Günter Wichert will Bürgermeister in Cuxhaven werden

von Märthe Werder

Günter Wichert, FDP-Kandidat für das Amt des Oberbürgermeisters in Cuxhaven, setzt auf direkte Gespräche im Einzelhandel und Social-Media-Präsenz. Im Fokus stehen die Belebung der Innenstadt und moderne Bildungsangebote.

Oberbürgermeisterwahl

OB-Kandidat Axel Schneider spürt Rückenwind: "Gut, dass du das machen willst!"

von Kai Koppe

Wahlkampf auf der Zielgeraden: Das Cuxhavener "Buttfest" nutzen die Bewerber, um Unentschlossene zu überzeugen und sich der Loyalität ihrer Basis rückzuversichern. CNV-Medien begleiteten Axel Schneider, OB-Kandidat der Partei Die Demokraten. 

OB-Kandidat

Oberbürgermeister Uwe Santjer im Wahlkampf: "Wir sind hier noch nicht am Ziel"

von Tim Larschow

Uwe Santjer ist seit 2019 Oberbürgermeister von Cuxhaven und will es bleiben. Im Wahlkampf ist der 60-Jährige viel unterwegs, trifft Bürger und wirbt um Stimmen. Warum er weitermachen will und was ihn nach wie vor antreibt.