Die Alpha Real Estate Group hat in Süderwisch 281 Wohnungen gekauft. Dazu gehören auch diverse Garagen und Pkw-Einstellplätze. Foto: Reese-Winne
Die Alpha Real Estate Group hat in Süderwisch 281 Wohnungen gekauft. Dazu gehören auch diverse Garagen und Pkw-Einstellplätze. Foto: Reese-Winne
Politisch und rechtlich gegenhalten

SPD: Kein neues Zweitwohnungsparadies in Cuxhaven zulassen

von Maren Reese-Winne | 10.01.2023

Cuxhaven. Der Verkauf von 281 Wohnungen im Cuxhavener Ortsteil Süderwisch an die Mannheimer Alpha Real Estate Group hat auch die Cuxhavener SPD alarmiert. Nun gehe es darum, Mieter zu schützen.

Der Vorsitzende des Ortsverbands Cuxhaven und Landtagsabgeordnete Oliver Ebken berichtet von Anrufen auch an den Weihnachtsfeiertagen, in denen Mieter der betroffenen  Mietwohnungen ihre Sorgen geschildert hätten. Es geht um den gesamten Wohnungsbestand im John-Brinckmann-Weg sowie weitere Immobilien in den Straßen Süderwisch, Brockesweg und Matthias-Claudius-Weg. Oliver Ebken: "Bei den Mietern herrscht große Unsicherheit, wie es mit ihren Mietverhältnissen weitergeht." Das gelte insbesondere, weil sich der Käufer der Wohnungen auf die Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen spezialisiert  habe und dies auch auf seiner Internetseite völlig offen darstelle.

So würden dort die Wohnungen in Süderwisch als interessant für Pendler und Handwerker angeboten, völlig unabhängig von den jetzigen Mietverhältnissen. Dass dies bei  den Bewohnerinnen und Bewohnern Ängste auslöse, sei völlig klar, stellen Oliver Ebken und der Fraktionsvorsitzende der SPD-Ratsfraktion Gunnar Wegener fest. Ebken und Wegener kündigen in einer Pressemitteilung an: "Wir stehen fest an der Seite der jetzigen Mieter und werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, die Umwandlung in Eigentumswohnungen so unattraktiv wie möglich zu machen."

Stadt bereitet Satzung vor

Oliver Ebken (MdL) plant gleich zu Beginn des Jahres in Hannover Gespräche zu führen, um auszuloten, welche Möglichkeiten es gibt, mit rechtlichen Mitteln einer drohende Entmietung entgegenzuwirken. Gunnar Wegener weist daraufhin, dass auf Initiative der SPD-Fraktion die Stadtverwaltung an einer Satzung arbeite, die es verbiete, zum Beispiel auch im Stadtteil Süderwisch Wohnungen nur als Zweitwohnungen zu nutzen. Der Stadtteil Süderwisch rückt mehr und mehr - wie bereits seit Jahrzehnten Döse - ins Blickfeld preisbewusster Zweitwohnungsbesitzer, wie SPD-Ratsfrau Ulla Bergen beobachtet hat, die selbst in Süderwisch wohnt. 

Die SPD Fraktion werde noch im Januar eine öffentliche Veranstaltung durchführen und gemeinsam mit den betroffenen Mietern nach Möglichkeiten suchen, wie eine Umwandlung und Entmietung der Wohnungen verhindert werden könne. Gunnar Wegener abschließend: "Es zeigt sich umso mehr, wie wichtig es war, unsere städtische Wohnungsbaugesellschaft Siedlung AG  durch eine Steigerung des Eigenkapitals aus dem städtischen Haushalt zu stärken, um den sozialen und preiswerten Wohnungsmarkt in Cuxhaven deutlich nach vorne zu bringen." Die SPD-Spitze erwarte in diesem Bereich  im Jahr 2023 deutliche und sichtbare Zeichen.

Zu diesem Thema ist auch ein Kommentar erschienen: "Wohnungsdeal darf nicht weitere Verlierer erzeugen"

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Maren Reese-Winne

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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