Jan Beckmann und Svenja Plock freuen sich, den Ehrenamtlichen und solchen, die es werden wollen, zur Seite zu stehen und ihnen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zu zeigen, die sich in der Stadt bieten. Foto: Reese-Winne
Jan Beckmann und Svenja Plock freuen sich, den Ehrenamtlichen und solchen, die es werden wollen, zur Seite zu stehen und ihnen die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten zu zeigen, die sich in der Stadt bieten. Foto: Reese-Winne
Soziale Netzwerke gehören dazu

Wie ein junger Mann Ehrenamt und Freiwillige in Cuxhaven noch besser zusammenführt 

von Maren Reese-Winne | 04.03.2025

Was Ehrenamt bedeutet, weiß Jan Beckmann, der Neue in der Freiwilligenagentur der Stadt Cuxhaven, aus seinen Ämtern bei der Freiwilligen Feuerwehr Nordleda. Wer ihn trifft, erfährt, dass es das "eine" Ehrenamt in Cuxhaven eigentlich gar nicht gibt.

Seit gut einem Jahr befindet sich die Arbeit der Freiwilligenagentur Cuxhaven in städtischer Hand - und seit Januar kümmert sich Neuzugang Jan Beckmann ganz um die Belange der vielen Ehrenamtlichen, die ihre Arbeit und Zeit in Cuxhaven einbringen. 

"Das war eine gute Entscheidung"

Sein Büro befindet sich im Haus der Jugend/Mehrgenerationenhaus. Svenja Plock, Leiterin der Abteilung Jugend und Soziales, freut sich: Ehrenamtliches Engagement sei für die Stadt ein sehr großes Thema; es sei daher eine gute Entscheidung gewesen, das Freiwilligenzentrum in kommunale Trägerschaft zu überführen. Dafür hatte sich auch Beate Haas-Heinrich als Vorsitzende des Vereins "Engagierte Stadt Cuxhaven" vor dem Übergang vehement eingesetzt.

Als Jan Beckmann (27) die Stellenbeschreibung sah, hatte er sofort das spannende Aufgabenfeld vor Augen. Mit seinen 27 Jahren hat er selbst bereits ein mehr als zehnjähriges ehrenamtliches Engagement hinter sich: Von Kind auf an Mitglied der Jugendfeuerwehr in Nordleda und als amtierender Schriftwart und Jugendfeuerwehrwart bei der dortigen Freiwilligen Feuerwehr, hat er einen kurzen Draht zur Jugendarbeit und weiß, was Ehrenamt bedeutet.

Anbieter und Interessierte zusammenbringen

Seine Aufgabe ist es unter anderem, Vereine oder Initiativen einerseits und Interessierte andererseits zusammenzubringen, Fortbildungsmöglichkeiten für Ehrenamtliche aufzuspüren sowie die Vergabe von Ehrenamtskarten vorzubereiten und zu begleiten.

Zu den erfolgreich eingeführten und etablierten Projekten gehören die Gruppe "Cuxhaven blüht auf" (in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund) und die Formularfüchse in Ritzebüttel und in Süderwisch. Von Beate Haas-Heinrichs "Engagierter Stadt" übernommen sind außerdem die Engagementbänke mit per QR-Code abrufbaren Informationen zum Ehrenamt in Cuxhaven.

Ein paar Stunden können schon genug sein

Als besonders wertvoll stuft Jan Beckmann das perfekt auf die Bedürfnisse der Zeit zugeschnittene "Sporadi"-Projekt ein: Viele wollen helfen, aber dabei flexibel bleiben. Wird mal - zum Beispiel für ein Vereinsfest oder ähnliche Gelegenheiten - für ein paar Stunden Hilfe gesucht, reiche eine Mail an alle auf der Sporadi-Liste: "Entweder man kann oder man kann nicht", sagt Jan Beckmann, "unkomplizierter geht es nicht." Die Tätigkeit als "Sporadi" biete viele Möglichkeiten, sich auf abwechslungsreiche und vielfältige Art einzubringen.

Das Konzept überzeugt auch Jüngere

Ideal auch für Jüngere, die neben Job, Familie oder Schule keine Möglichkeit sähen, ein festes Vereinsamt zu übernehmen, finden Svenja Plock und Jan Beckmann. Mit einem Stand beim Tag der Demokratie Ende Januar in den BBS Cuxhaven gelang es Jan Beckmann beispielsweise direkt, einen Schüler als Sporadi zu gewinnen.

Die vielfältigen Möglichkeiten, sich ehrenamtlich einzubringen, hätten an dem Tag in den BBS für viele Aha-Momente gesorgt. Das geschieht auch regelmäßig beim Ausprobieren des "Mitwirk-o-maten" (zu finden auf den Seiten der Freiwilligenagentur bei der Stadt Cuxhaven). Mit verschiedenen Kriterien gefüttert, filtert er die am besten passenden möglichen Tätigkeiten heraus - für die Autorin dieser Zeilen waren dies beispielsweise die Lebenshilfe, das DRK und das Haus der Jugend.

"Wollen ganz Cuxhaven weiter vernetzen"

Das erste Neubürgerfest fand 2017 im Schlossgarten statt und brachte Alteingesessene und Zugezogene zueinander.

"Wir wollen ganz Cuxhaven weiter vernetzen", das haben sich Jan Beckmann, Svenja Plock und ihr Team vorgenommen. Neubürger, die häufig aus freien Stücken ins Haus der Jugend kommen und irgendwo mitmachen wollen, sind dabei ausdrücklich einbezogen. Daher soll es auch am 24. August wieder ein Neubürgerfest im Haus der Jugend geben und schon am 14. Juni den Ehrenamtstag auf dem Kaemmererplatz.  Überall werden sich  Alteingesessene und Neubürger über alle Generationen hinweg kennenlernen können; ein Impuls auch für die Öffentlichkeitsarbeit: "Segel setzen fürs Ehrenamt" heißt der neueste Flyer; gepaart ist er mit den Präsenzen auf Facebook und Instagram. 

Netzwerkarbeit ist für Jan Beckmann aber auch zusammen mit den Vereinen im gesamten Landkreis, bei dem  runden Tisch des Ehrenamts in der Stadt und in der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen in Niedersachsen, in der gute Ideen mit anderen geteilt werden, ein Selbstgänger.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

reese-winne@no-spamcnv-medien.de

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