"McDonald's" in Hemmoor? Milliarden-Konzern dreht Ehrenrunde in der Provinz
Kommt McDonald's? Vielleicht, aber wenn, dann später. Die Investoren sind dabei, Gutachten überarbeiten zu lassen. Es ist aber nur eine Ehrenrunde, denn die Planungen gehen unverdrossen weiter. Es ist eine komplizierte Situation.
Die Strategie des Fast-Food-Riesen hält Politik und Bevölkerung in Hemmoor gleichermaßen seit mehreren Jahren auf Trab. Zunächst hatte der Konzern geplant, am Ortseingang im Stadtteil Basbeck eine Filiale direkt neben der Grundschule zu bauen. Bereits dort regte sich vereinzelt Widerstand gegen die Ansiedlungspläne. Das weltweite Unternehmen verwarf die Pläne nicht wegen des Protests, sondern insbesondere wegen der problematischen Verkehrserschließung, betonte aber, dass Hemmoor weiterhin im Fokus stehe.
Tatsächlich gab es einen weiten Anlauf, denn die Projektplaner zauberten ein Areal zwischen dem Hemmoorer Schwimmbad und dem Bahnhof direkt an der B495 aus dem Hut. Aber taugt dieses Grundstück wirklich als Standort? Darüber gehen in Hemmoor die Meinungen weit auseinander. Hauptsächlich in den sozialen Medien wird diese Auseinandersetzung geführt. Kommentare von Kritikern und Befürwortern prallen dort teilweise in extremer Weise aufeinander, werden drastisch formuliert und je nach Sichtweise interpretiert.

"Systemgastronomie"? Politik entscheidet
Parallel dazu lief und läuft das grundlegende öffentliche Verfahren für eine mögliche Ansiedlung des Unternehmens mitten in Hemmoor. So müsste nämlich der Bebauungsplan der Stadt in diesem Bereich verändert werden, um dort eine "Systemgastronomie" à la McDonald's überhaupt erst zu ermöglichen. Auch die Samtgemeinde müsste ihre Zustimmung geben, da es zu einer Neuausrichtung des Flächennutzungsplanes kommen würde.
Im Laufe dieser beiden Änderungsverfahren gab es eine öffentliche Auslegung der 350-seitigen Unterlagen, die McDonald's anfertigen ließ. Dazu zählten unter anderem Gutachten zu möglichen Beeinträchtigungen der Natur, aber auch zu den Auswirkungen auf die Verkehrssituation und die Lärmbelästigung. Die Bürgerinnen und Bürger hatten die Möglichkeit, in einem Beteiligungsverfahren dazu Stellung zu beziehen, und sie nutzten die Chance auch. Es gingen Dutzende Schreiben im Hemmoorer Rathaus ein.

"Erneute Offenlage wird notwendig sein"
Damit war bei Investoren und auch beim Planungsbüro natürlich vorab gerechnet worden. Die eingegangenen Einwendungen führten nun dazu, dass sich der ursprüngliche Zeitplan im Planungsprozess verändert: "Nach Auskunft des Vorhabenträgers müssen die bestehenden Gutachten teilweise überarbeitet und verifiziert werden. Aufgrund rechtlicher Vorgaben können Vegetationsuntersuchungen aber nur zu bestimmten Zeiten durchgeführt werden, wodurch sich Zeitverschiebungen ergeben. Es zeichnet sich zudem ab, dass aus Rechtssicherheitsgründen eine erneute Offenlage notwendig sein wird", sagte Verwaltungschef Jan Tiedemann auf der jüngsten Hemmoorer Stadtratssitzung.
Aufgeschoben ist jedoch nicht aufgehoben: "Die dazu erforderlichen Beschlüsse sollen noch in dieser Legislaturperiode, das heißt mit dem 'alten' Rat, gefasst werden", so der Verwaltungschef.

Im Klartext: In den kommenden vier Monaten sollen Stadt- und Samtgemeinderat die Weichen stellen, was in Sachen McDonald's in Hemmoor passiert. Doch ob es dazu kommt, ist unklar. Gibt es weitere Hürden, werden wohl erst die Samtgemeinde- und Stadträte in ihrer neuen Konstellation beraten und eventuell entscheiden.
Erste Sitzungen erst im November
Die konstituierenden Sitzungen der neuen Räte sind für November 2026 geplant. Und bei dieser Premiere dürfte McDonald's wohl kaum Priorität genießen, denn dann geht es um den eigentlichen Start in die neue Ratsperiode mit neuen Ratsmitgliedern und -mehrheiten. Dann geht es nicht um Burger und Pommes, sondern um die Besetzung von Posten in den neuen Räten, um Geschäftsordnungen für die Sitzungen und andere Formalien. Konkrete Themen stehen bei solchen Sitzungen üblicherweise eher im Abseits.
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