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Das Blue Water Breb-Terminal im August 2026. Mit dem Bau der neuen Liegeplätze (oben links) kommt noch mehr Fläche dazu. Im vergangenen Jahr wurden 5.272 Komponenten umgeschlagen. Luftfoto: Scheer
Das Blue Water Breb-Terminal im August 2026. Mit dem Bau der neuen Liegeplätze (oben links) kommt noch mehr Fläche dazu. Im vergangenen Jahr wurden 5.272 Komponenten umgeschlagen. Luftfoto: Scheer
10 Jahre Blue Water BREB

300.000 Quadratmeter und kein Ende: Blue Water BREB wächst im Cuxhavener Hafen

von Tim Larschow | 18.09.2026 Zuletzt aktualisiert: 18.09.2026 14:54 Uhr

Blue Water Breb feiert zehnjähriges Bestehen in Cuxhaven. Seit der Gründung 2016 und dem Anlauf des ersten Schiffes ist viel passiert. Heute verfügt das Unternehmen über rund 300.000 Quadratmeter Fläche an der Hafenkante - und dabei bleibt es nicht.

Als das Gemeinschaftsunternehmen von Blue Water Shipping und der Bremer Reederei Eilemann & Bischoff (BREB) 2016 gegründet wurde, waren die Dimensionen noch überschaubar. Ein gutes halbes Jahr später, im Februar 2017, wurde das erste Schiff abgefertigt. Heute verfügt das Unternehmen über rund 300.000 Quadratmeter Fläche an der Hafenkante - und dabei soll es nicht bleiben.

Der Weg nach Cuxhaven begann mit einem Kontakt nach Esbjerg. Peter Kramp, früherer Geschäftsführer von DFDS und später Berater von BREB, stellte den Kontakt zu Blue Water Shipping her. Ursprünglich wollte BREB seine Aktivitäten in Esbjerg ausbauen. Schnell zeigte sich jedoch, dass Blue Water sein Know-how im On- und Offshore-Windgeschäft in Deutschland erweitern wollte. "Es fehlte allerdings noch der richtige Partner", sagt Kapitän Arne Ehlers, geschäftsführender Gesellschafter der BREB GmbH und der Blue Water BREB GmbH.

5272 Komponenten und viele Gigawatt

Einer der ersten wichtigen Kunden war Vestas. Der dänische Windanlagenhersteller suchte damals nach neuen Hafenflächen. Für den Umschlag von Offshore-Komponenten erhielt Blue Water BREB einen ersten Vertrag. Zunächst wurden dafür 30.000 Quadratmeter Fläche garantiert, weitere 20.000 Quadratmeter waren als Option vorgesehen. Die ersten Schiffe waren damals rund 100 Meter lang. "Damals war noch nicht absehbar, welche Dimensionen das einmal annehmen würde", erzählt Ehlers.

Auch Siemens wurde früh zum Kunden. Während das Werk in Cuxhaven entstand, übernahm Blue Water BREB unter anderem Turbinentransporte und einen Lkw-Shuttleservice zwischen Auslagerungsflächen in Bremerhaven und dem Siemens-Werk. Das Angebot ist inzwischen deutlich breiter: Es reicht vom See- und Landtransport über den Umschlag bis hin zu Zoll- und Importdienstleistungen. In den ersten fünf Jahren wurden insgesamt rund zehn Gigawatt Turbinenleistung abgewickelt, inzwischen kommen jährlich etwa fünf Gigawatt hinzu. Im vergangenen Jahr wurden 5.272 Komponenten umgeschlagen - die Tendenz ist steigend.

Dabei geht es längst nicht mehr nur um Offshore-Wind. Komponenten für Onshore-Anlagen werden importiert und von Cuxhaven aus per Lkw weitertransportiert. "Über die Alpen kommt man mit solchen Transporten nicht", erklärt Arne Ehlers. "Für die großen Bauteile führt der Weg deshalb über Cuxhaven und anschließend auf der Straße weiter in den Süden." Mit Enercon kam in den vergangenen Jahren ein weiterer großer Kunde hinzu.

Auch für andere Projektladungen hat sich das Terminal geöffnet. 100 Busse für den ÖPNV in Kopenhagen wurden ebenso über Cuxhaven abgewickelt wie eine Lokomotive für eine Messe in Berlin. Hinzu kamen Seekabel und Komponenten für das Cuxhavener Holzheizkraftwerk.

Auch für andere Projektladungen hat sich das Terminal geöffnet. 100 Busse für den ÖPNV in Kopenhagen wurden ebenso über Cuxhaven abgewickelt wie eine Lokomotive für eine Messe in Berlin. Foto: Ehlers

300 Millionen Euro für die neuen Liegeplätze

Der nächste große Schritt ist der Bau der Liegeplätze 5 bis 7. Das Gesamtprojekt hat ein Volumen von rund 300 Millionen Euro. Bund und Land steuern zusammen bis zu 200 Millionen Euro bei. Die übrigen 100 Millionen Euro übernehmen Cuxport und Blue Water BREB. Die Reederei Briese ist Finanzierungspartner von Blue Water BREB.

Die neuen Liegeplätze umfassen 28 Hektar neue Terminalfläche, zehn Hektar landseitige Fläche und 1,3 Kilometer neue Pier. Rund 19 Hektar Fläche und etwa 650 Meter Pier davon werden künftig Blue Water BREB nutzen. Entstehen werden Schwerlastflächen, die dreimal höhere Belastungen als klassische Containerterminals aufnehmen können. Vorgesehen sind Flächen für 15 Tonnen pro Quadratmeter und auf ausgewiesenen Schwerlastflächen werden es mehr als 30 Tonnen. Auch eine weitere Schwerlast-Ro-Ro-Rampe ist geplant. "Die Infrastruktur soll unterschiedliche Verladeverfahren ermöglichen - etwa die Verladung von Monopiles quer zum Schiff oder von Deckcarriern und Pontons über das Heck", sagt Ehlers.

Inzwischen sind zwölf Reachstacker, auch Greifstapler genannt, und drei leistungsstarke Kräne im Einsatz. Dazu gehören die Liebherr-Kräne "LHM 550" und "LHM 600" sowie der neue "LHM 800". Er ist der erste Hafenmobilkran dieses Typs in einem deutschen Hafen und kann bis zu 308 Tonnen heben. "Es gibt kein Terminal in Deutschland mit so einer Hafenmobilkrankapazität", sagt Ehlers. Im Hafen beschäftigt Blue Water BREB rund 120 Mitarbeiter, hinzu kommen etwa 20 Beschäftigte in der Verwaltung.

In Deutschland gibt es kein Terminal mit einer vergleichbaren Hafenmobilkrankapazität. Foto: Blue Water Breb

Die Bedeutung des Unternehmens wächst

Die Windenergie bleibt das prägende Geschäft. Gleichzeitig entwickelt sich Blue Water BREB zunehmend zu einem Schwergut- und Projektladungshub. Onshore-Import, Offshore-Logistik sowie Industrie- und Werkslogistik bilden heute drei eigenständige Bereiche. Auch die Schiffe, die in Cuxhaven abgefertigt werden, sind deutlich größer geworden. 

Für die kommenden zehn Jahre hat Arne Ehlers gemeinsam mit seinen Partnern bereits den nächsten Entwicklungsschritt im Blick. Cuxhaven soll seine Bedeutung für die Errichtung von Offshore-Windparks weiter ausbauen und künftig als sogenannter Marshalling Harbour dienen. Schwere Komponenten könnten hier zwischengelagert, umgeschlagen und für den Weitertransport auf "Errichterschiffe" vorbereitet werden.

Zehn Jahre nach der Gründung ist damit ein Logistikstandort entstanden, der weit über den ursprünglichen Windenergie-Umschlag hinausgeht. Und die Entwicklung soll weitergehen.

Das Blue Water Breb-Terminal im August 2026. Luftfoto: Scheer
Das Blue Water Breb-Terminal im August 2026. Mit dem Bau der neuen Liegeplätze (oben links) kommt noch mehr Fläche dazu. Im vergangenen Jahr wurden 5.272 Komponenten umgeschlagen. Luftfoto: Scheer

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Tim Larschow

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