Thomas Schumacher, Tonu Roy und Daniel Walleit (v.l.) haben sich bewusst für den Wechsel nicht nur in den Norden, sondern gezielt nach Cuxhaven entschieden, wo es in dieser spannenden Phase jede Menge mitzugestalten gibt. Foto: Reese-Winne
Thomas Schumacher, Tonu Roy und Daniel Walleit (v.l.) haben sich bewusst für den Wechsel nicht nur in den Norden, sondern gezielt nach Cuxhaven entschieden, wo es in dieser spannenden Phase jede Menge mitzugestalten gibt. Foto: Reese-Winne
Stadt mitgestalten 

Aus dem Süden für den Job nach Cuxhaven: "Das hier ist an Dynamik nicht zu schlagen"

von Maren Reese-Winne | 25.07.2026

Aus Bayern, der Pfalz und Österreich an die Nordsee: Gleich dreifache Verstärkung aus dem Süden hat der Fachbereich Bauleitplanung und Stadtentwicklung der Stadt Cuxhaven seit Jahresbeginn erhalten. Hier erzählen die drei über den Start in Cuxhaven.

Tonu Roy hat den Wechsel nach Cuxhaven gleichzeitig mit dem Sprung vom Studium ins Arbeitsleben verbunden. Für die gebürtige Pfälzerin aus Neustadt an der Weinstraße stand mit dem Bachelor in Raumplanung und dem Master in Stadt- und Regionalentwicklung in der Tasche die Suche nach einer interessanten Stelle an.

Dann kamen zwei Dinge zusammen: Cuxhaven suchte im Rahmen des Städtebauförderprogramms "Soziale Stadt" Verstärkung für das Sanierungsgebiet Süderwisch - ein Feld, in dem Tonu Roy bereits Erfahrungen hatte - und sie kannte die Stadt bereits aus dem Urlaub.

Zu ihren Aufgaben gehört nun die Suche nach einem neuen Quartiersmanager oder einer neuen Quartiersmanagerin sowie der Aufbau eines Quartiersbüros. Dass der Rat Ende 2025 die Verlängerung der Sanierungsfrist bis Ende 2036 beschlossen hat, verschafft zusätzliche Luft für eine Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil.

Kurze Wege und ein lebendiger Einstieg

Die kurzen Wege zum Wasser und innerhalb der Stadt weiß Tonu Roy besonders zu schätzen, außerdem entdeckte sie im VHS-Programm den Neubürgerkurs und beschloss, sich dort anzumelden. Die tollen Blicke hinter die Kulissen und die Vorstellung von Mitwirkungsmöglichkeiten und Angeboten halfen ihr beim Ankommen und ein paar Bekanntschaften kamen auch gleich zustande.

Noch größer fiel - zumindest geografisch - der Schritt in den Norden für Thomas Schumacher aus, und er nahm einiges dafür auf sich, nämlich zunächst mal 21 Stunden Zugfahrt aus Österreich allein für die Hinreise zum Vorstellungsgespräch. Der gebürtige Aachener und spätere Passauer war nach dem Geografie-Studium in Aachen und Graz zunächst in der Hauptstadt der Steiermark geblieben, um bei einem großen Energieanbieter anzuheuern.

Stellenbeschreibung passte wie auf ihn zugeschnitten

Er gestaltete das dortige GIS-System (Geoinformationsdienst), setzte unter anderem eine Online-Leitungsauskunft auf und war Software-Entwickler. Aber der Norden reizte ihn, und so kam die wie auf ihn zugeschnittene Stellenausschreibung als GIS-Fachmann bei der Stadt Cuxhaven genau richtig.

Auf den Ausflug zur Alten Liebe folgte ein von beiden Seiten äußerst positiv aufgenommenes Bewerbungsgespräch. Seit Mai kümmert er sich neben Andrew Weigelt um das Geoinformationssystem und dessen beeindruckendes interaktives Kartenwerk, das Bevölkerung, Politik und Verwaltung tiefe Einblicke verschafft.

Die Stelle halte, was sie versprochen habe, und richtig gut aufgenommen worden sei er auch - keine Spur vom Vorurteil des verschlossenen Norddeutschen. Und auch das gemäßigte Klima sei in einer Zeit, in der halb Europa unter glühender Hitze schmore, nicht zu vernachlässigen.

"Ich weiß gar nicht, woher dieses Klischee kommt"

Dabei und auch bei der offenen Aufnahme im Norden kann ihm Daniel Walleit nur zustimmen: "Ich weiß gar nicht, woher dieses Klischee von introvertierten und kühlen Norddeutschen kommt." Der Norden war dem gebürtigen  Kemptener schon vor der Bewerbung in Cuxhaven nicht fremd, schließlich hatte er in Höxter und Hannover studiert und gearbeitet, bis er sich zurück ins Allgäu orientierte.

So wie Cuxhaven ist, wird es nicht bleiben, und Thomas Schumacher, Tonu Roy und Daniel Walleit (v.l.), hier am Stadt-Modell in der Rathaus-Halle, freuen sich, Teil des Entwicklungsprozesses zu sein. Foto: Reese-Winne

Aus einem Planungsbüro wechselte er in den öffentlichen Dienst, war zuletzt elf Jahre lang Stadtplaner in Fürstenfeldbruck und lebte mit seiner Familie in München. Über seine Ehefrau, eine Schiffdorferin, bestand da schon die Verbindung ins Cuxland. Drei Hauptgründe hätten den Ausschlag für den Wechsel in den Norden gegeben: "Die Liebe, die Preise und die Beziehung zur Nordsee." Seit Januar wohnt er im Cuxland - "und ich habe nicht das Gefühl, dass ich hier weit wegfahren muss", sagt er. Durch seine dreijährige Tochter erlebt er die Region gerade noch mal ganz neu.

Schlag auf Schlag: Jede Menge spannender Arbeitsfelder

Den Ausschlag für Cuxhaven aber habe das überaus spannende Arbeitsfeld gegeben: "Wohnungsbau, wirtschaftliche Entwicklung, Landesgartenschau: Was hier passiert, ist an Dynamik nicht zu schlagen." Gerade die Unperfektion ist es, die für ihn den großen Reiz darstellt. "Obwohl die Stadt ganz tolle Ecken hat, ist sie kein Gesamtkunstwerk, sie ist noch nicht fertig."

Als Verantwortlicher für das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (Isek) hat er die Gelegenheit, das zu ändern. "Das macht man nicht so oft in seinem Berufsleben. Es ist etwas Besonderes, Teil von etwas so Großem zu sein."

Chance zum Mitwirken: Auf Bürgerinnen und Bürger kommt etwas zu

Es geht um nicht weniger als die Frage, wie es in Cuxhaven bei Wohnen, Verkehr, Wirtschaft, Klima, Ökologie, Freiräumen und sozialem Zusammenleben in den nächsten Jahrzehnten weitergehen soll. "So etwas kann nicht nebenbei laufen", erklärt Stadtbaurat Andreas Eickmann, selbst im Jahr 2008 aus Offenbach zugewandert. Isek solle alle bereits kursierenden Stadtplanungskonzepte zu einer Gesamtstrategie zusammenführen.

Daniel Walleit hat gerade ein solches Projekt abgeschlossen. Ein zentrales Element dabei sei die Bürgerbeteiligung gewesen, betont er: "Die Königsklasse." Dafür dürften in nächster Zeit auch in Cuxhaven einige neue Formate zu erwarten sein.

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