Die erste P-8A Poseidon steht bei der feierlichen Übergabe auf dem Flugfeld von Boeing in Seattle/USA. Foto: Benny Rudloff/Bundeswehr
Die erste P-8A Poseidon steht bei der feierlichen Übergabe auf dem Flugfeld von Boeing in Seattle/USA. Foto: Benny Rudloff/Bundeswehr
Nachfolge für die P-3C Orion

Boeing übergibt erste P-8A Poseidon an die Bundeswehr: Im nächsten Monat in Nordholz?

von Maren Reese-Winne | 04.10.2025

In Kürze dürfte die erste neu gebaute P-8A Poseidon über Nordholz und Cuxhaven zu beobachten sein, denn am 1. Oktober ist die erste Maschine des bei Boeing in Seattle gebauten Flugzeugmusters an den Inspekteur der Marine übergeben worden.

Die P8 soll die bislang in Nordholz stationierte P3-C Orion als deutscher Seefernaufklärer ersetzen. Acht Maschinen sind bestellt.

"Das Projekt P-8A Poseidon setzt Maßstäbe für schnelle und effiziente Beschaffung", schreibt das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, kurz BAAINBw. Und weiter: "Nur rund vier Jahre nach Vertragsunterzeichnung wurde gestern (1. Oktober 2025) die erste Maschine vom Beschaffungsamt der Bundeswehr beim amerikanischen Hersteller Boeing übernommen - in dieser Größenordnung eine Beschaffung in Rekordzeit."

Anfangs fünf, dann acht Maschinen bestellt

Im Juni 2021 unterzeichnete die Bundeswehr zunächst einen Vertrag über die Beschaffung von fünf P-8A Poseidon. Zuvor hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages dem Kauf zugestimmt. Er billigte im November 2023 auch die Investitionen in drei weitere Maschinen aus dem Sondervermögen, die das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr, kurz BAAINBw, anschließend mittels "Foreign Military Sales" beauftragte. Das sogenannte FMS-Verfahren ist ein US-Programm, über das andere Staaten amerikanische Rüstungsgüter erwerben können.

"Riesiger Sprung nach vorne"

"Die Deutsche Marine macht mit der P-8A sowohl technologisch als auch in den operativen Fähigkeiten einen riesigen Sprung nach vorne", betont der Projektverantwortliche im BAAINBw, Fregattenkapitän Björn M. Die neuen Maschinen sind voll digitalisiert. Über eine direkte Datenkommunikation ist die P-8A in der Lage, Informationen nahezu in Echtzeit an die Lagezentren innerhalb der Bundeswehr zu verteilen.

Der Seefernaufklärer P-8A Poseidon, mit den Insignien der Deutschen Marine, bei Boeing in Seattle/USA. Foto: Benny Rudloff/Bundeswehr

Durch automatisierte Verfahren in Kommunikation und Navigation hat die Crew mehr Kapazitäten für ihr eigentliches Geschäft: die Seeraumüberwachung Über- und Unterwasser sowie die U-Boot-Jagd. Außerdem kann der Seefernaufklärer durch seine moderne Sensorik und große Reichweite, die mittels Luftbetankung noch erhöht werden kann, einen wichtigen Beitrag zu Search-and-Rescue-Operationen leisten. Die P-8A wird die ältere P-3C Orion ersetzen und sichert so den bruchfreien Fähigkeitserhalt zur weiträumigen, luftgestützten Seefernaufklärung.

Durch die Marktverfügbarkeit der Boeing 737, auf der die P-8A basiert, ist auch im Bereich Produktion, Wartung, Ersatzteile und Training mit deutlichen Verbesserungen zu rechnen. Gleichzeitig arbeitet Boeing eng mit Partnern in Deutschland zusammen. Diese Kooperation sorgt nicht nur für eine reibungslose Einführung, sondern bindet auch die heimische Industrie langfristig in Wartung, Training und technische Betreuung ein.

Ankunft ist für den kommenden Monat vorgesehen

Im Anschluss an die Übernahme am Mittwoch führt das BAAINBw nun letzte Qualitätsprüfungen und Abnahmen durch, sodass die P-8A voraussichtlich kommenden Monat zum Marinefliegergeschwader 3 "Graf Zeppelin" nach Nordholz überführt und übergeben werden kann. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat zuletzt persönlich die Bedeutung dieses Standortes gewürdigt. 

Die Schulung der Nordholzer Besatzungen auf das neue Flugzeugmodell ist bereits vor geraumer Zeit angelaufen. 

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Maren Reese-Winne

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Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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