Cuxhaven: Gleich mehrere neue Wohnprojekte werden im Altenwalder Ortskern konkret
Der Abriss im Altenwalder Ortskern ist unübersehbar: Vor einigen Wochen hat der Rückbau des alten Bauernhofs an der Hauptstraße begonnen. Die große Frage ist: Was kommt dahin? Wir haben nachgefragt und gleich mehrere andere Projekte einbezogen.
Die Scheune ist schon Vergangenheit, vom Bauernhaus stehen noch Fragmente: Der Fickbohm'sche Hof in der Hauptstraße 51 war einer der Letzten in einer ganzen Reihe ehemaliger Bauernhöfe entlang der Hauptstraße, einstmals reetgedeckt und hinter stattlichen Bäumen fast verschwunden. Die Zahl "1856" stand auf dem Giebel.

Stadt begrüßt geförderten Wohnbau
Nach und nach haben Wohnhaus und Scheune beim Abriss ihr Inneres freigegeben. Für die Zukunft des Grundstücks gibt es bereits konkrete Pläne. Hier entsteht geförderter Wohnungsbau. Die Stadt Cuxhaven hat den Antragsteller bei der Planung und Vorbereitung begleitet und unterstützt und begrüßt das Vorhaben.


Vor dem Gang in die Öffentlichkeit will der Investor, der in Cuxhaven bereits in verschiedenen Projekten präsent ist, letzte Finanzierungs- und Förderfragen geklärt haben.
Mehrfamilienhausprojekt hat eine lange Geschichte
Eine lange Geschichte hat das Bauprojekt an der Straße "Am Altenwalder Bahnhof". Der städtebauliche Vertrag der Stadt mit der MBN Immobilien GmbH aus Georgsmarienhütte geht auf den Dezember 2019 zurück; mehrere Jahre zuvor waren die Pläne erstmals im Ortsrat vorgestellt worden. Ein ursprünglich geplantes Parkdeck wurde nach Protesten zu den Akten gelegt.
Mehrfamilienhäuser: Investor plant um
Der Investor plante den Bau von zehn Mehrfamilienhäusern mit jeweils zwei Vollgeschossen und Dachgeschoss - insgesamt 70 Wohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 40 und 100 Quadratmetern, barrierefrei und altersgerecht. Ein Angebot, das im Stadtteil deutlich unterrepräsentiert ist.
Archäologische Funde schon in der Nachbarschaft
Nach langer Verzögerung kommt nun Bewegung in das Projekt. Unlängst haben archäologische Erkundungen stattgefunden. Angesichts der bedeutsamen Funde in unmittelbarer Nachbarschaft an der Seeburg - eine mittelalterliche Siedlung mit einem international bedeutsamen Handelsplatz -, war es nicht sehr verwunderlich, dass die Untersuchungen auch hier recht ergiebig waren. In Abstimmung mit der Stadt wollen die Investoren nun umplanen, um die Fundstellen nicht zu gefährden. Dennoch herrscht Zuversicht im Hinblick auf die Realisierung: "Wir sind ein großes Stück weitergekommen," vermeldet die Stadt.

Wohnungen statt Seniorenheim
Neues gibt es auch vom ehemaligen Seniorenheim "An der Schonung" an der Ecke Hauptstraße/Karl-Peters Straße zu berichten, das im Frühjahr 2024 - wohl wegen unerreichter Brandschutzauflagen - unerwartet geschlossen worden war. Für 24 Bewohnerinnen und Bewohner musste kurzfristig ein neues Quartier gesucht werden.
Schon kurz danach wurde die Immobilie auf verschiedenen Portalen zum Kauf angeboten - aufgerufener Kaufpreis: 1,575 Millionen Euro. Das 1998 errichtete Haus soll auf rund 590 Quadratmetern Wohnfläche 23 Zimmer (davon 17 Schlafzimmer), zwölf Bäder und 16 Wohneinheiten aufbieten.
Umnutzung ist beantragt
Als Alternativen für den Weiterbetrieb wurden unter anderem die Nutzung als Seniorenheim, Tagesfreizeitstätte, Freizeitheim, Betreutes Wohnen, Frühstückspension oder Gästehaus genannt. Eine geplante Nutzungsänderung musste bei der Stadt beantragt werden. Das ist jetzt erfolgt. Das Verkaufsschild ist entfernt; der Stadtverwaltung liegt ein Bauantrag für die Umnutzung in Wohnungen vor.
Pläne für "Altenwalder Mitte" wieder aufgenommen?
Auf dem ehemaligen Grundstück der Bäckerei Neuber hat die Stadt Ende 2022 ein größeres Wohngebäude genehmigt. Im Februar 2024 stellte Investor Martin Brudniewicz, Geschäftsführer der Baunovia GmbH, in unseren Publikationen seine Pläne für das Projekt "Altenwalder Mitte" in der Hauptstraße 44 vor.

Auf dem rund 2030 Quadratmeter großen Grundstück sollen demnach 17 Eigentumswohnungen mit einer Wohnfläche zwischen 65 und 141 Quadratmetern und Gartenanteil beziehungsweise Balkon entstehen. Die Stadt fordert einen zur Straße gelegenen sichtbaren Giebel (laut Planung wird das Objekt sogar zwei dieser Giebel aufweisen).
Angesichts der schwierigen Lage auf dem Bau und der Ungewissheit durch den Ukraine-Krieg sagte der Investor schon vor zwei Jahren voraus, dass die Realisierung auf sich warten lassen könne. Im vergangenen Jahr wurde das Grundstück monatelang zum Kauf angeboten. Das entsprechende Transparent ist jedoch inzwischen wieder entfernt worden und das neueste Bauschild weist wieder auf die ursprüngliche Planung hin.
Baugenehmigung verlängert
Eine Baugenehmigung gilt immer drei Jahre ab Erteilung. Innerhalb dieser Frist muss mit dem Bauvorhaben begonnen oder die Baugenehmigung verlängert werden. Davon sei Gebrauch gemacht worden, sodass die Baugenehmigung weiterhin gelte, so die Stadt.