Das zur Verfügung stehende städtische Grundstück erstreckt sich bis zum früheren Schulhof der Gorch-Fock-Schule (Baumbewuchs hinten). Fotos: Reese-Winne
Das zur Verfügung stehende städtische Grundstück erstreckt sich bis zum früheren Schulhof der Gorch-Fock-Schule (Baumbewuchs hinten). Fotos: Reese-Winne
Am besten mit Sporthalle und Kita

Entscheidung in Cuxhaven: Hermann-Allmers-Halle soll ersehntem Schulneubau weichen

von Maren Reese-Winne | 18.12.2024

Diesmal soll es etwas werden: Der Rat der Stadt hat sich zu einem einstimmigen Beschluss für die Zukunft der Gorch-Fock-Schule durchgerungen. Das neue Domizil soll nur einen Steinwurf von dem Ort liegen, an dem die Grundschule 1949 eröffnet wurde.

Dieser Standort soll es nun werden: Einstimmig hat sich der Rat in der vergangenen Woche dafür ausgesprochen, anstelle der jetzigen Hermann-Allmers-Halle einen Neubau für die Gorch-Fock-Schule zu errichten.

Trotz beschränkten Raums soll gleichzeitig versucht werden, im selben Rahmen eine dreigruppige Kita und eine Doppelturnhalle unterzubringen. Grundlage des Beschlusses war ein Antrag, auf den sich der Schulausschuss wenige Tage zuvor geeinigt hatte. Die Gruppen SPD/Grüne/Cuxhavener und CDU/Die Demokraten zogen unter Verzicht auf eine Kampfabstimmung ihre eigenen Anträge zugunsten einer gemeinsamen Formulierung zurück.

Umsetzen, was im Moment umsetzbar ist

Ulla Bergen (SPD) begrüßte den Schulterschluss, der nach langem Hin und Her endlich eine pragmatische Lösung nach den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler ermögliche: "Wir können nicht auf Dinge setzen, die wir im Moment nicht umsetzen können." Ratskollege Lars Birner (CDU) hob hervor: "Mit Verzicht und Weitsicht haben wir diesen Beschluss gemeinsam erarbeitet, das war nicht selbstverständlich."

Die Hermann-Allmers-Halle soll nach dem Willen des Rates abgerissen werden, um an der Stelle die Gorch-Fock-Schule neu bauen zu können. Foto: Reese-Winne

Die Situation erfordere unverzügliches Handeln, so die Lokalpolitik. Allerdings habe dies zu lange gedauert, fand Günter Wichert (FDP): "Erst wenn die schulpolitischen Ruinen für die Gorch-Fock-Schule sichtbar werden, wird der Blick zum Himmel frei." Wichert, der an besagter Schulausschusssitzung nicht teilgenommen hatte, hatte bis zum Schluss an einem FDP-Antrag festgehalten, der den Rückkauf des alten Schulgebäudes (ehemalige Kiautschou-Kaserne), die Sanierung und die Rückkehr der Grundschule zum Ziel hatte.

Die Hermann-Allmers-Halle soll nach dem Willen des Rates abgerissen werden, um an der Stelle die Gorch-Fock-Schule neu bauen zu können.

Wichert kündigt Festhalten am Bürgerbegehren an

Nach wie vor steht ein von der FDP initiiertes Bürgerbegehren gleichen Inhalts im Raum, das mit dem Ratsbeschluss zum Neubau nicht gestorben sei, wie Wichert betonte. Auch, wenn seine Fraktion dem Neubau zustimme und er sich das Gelingen zugunsten der Gorch-Fock-Schule wünsche: "Wir halten dieses Begehren aufrecht," so der Liberale. Wichert wies auf viele Unbekannte im aktuellen Vorhaben hin, das unter anderem darauf basiert, dass der Landkreis das Bleick-Max-Bleicken-Haus für die Oberschule Cuxhaven-Mitte kauft, gleichzeitig aber eine Lösung für den Verbleib des Stadttheaters anbietet.

Bauvorhaben des Kreises stand nicht in Aussicht

Gleichzeitig mit dem Ja zum Neubau der Grundschule in Döse hob der Rat einen vorigen Ratsbeschluss auf, der den Verbleib der Gorch-Fock-Schule an der Rathausstraße vorgesehen hatte - Voraussetzung: Der Kreis baut neu für die Oberschule. Dieses war aber in näherer Zukunft nicht zu erwarten. Eine Lösung für beide Schulen musste her, denn auch mit Container-Erweiterungen und Oberschul-Außenstelle lässt sich die Not nicht bis in die Unendlichkeit verlängern.

20-Millionen-Euro-Rahmen verteidigt

SPD-Fraktionsvorsitzender Gunnar Wegener warnte Wichert davor, Angst zu machen und Unsicherheit zu schüren. Er verteidigte die Kostenschätzung von 20 Millionen Euro für das Neubauvorhaben. Nach Erfahrungen in Hamburg sei eine Realisierung zu annähernd diesem Preis mit einem Generalunternehmer durchaus möglich und weitaus besser "als eine Schule im maroden Gebäude der alten Gorch-Fock-Schule". Ebenso enthalte der Kreishaushalt einen Posten für den Ankauf von Grundstücken. "Und ob wir im Altbau mit 20 Millionen Euro auskommen könnten, steht auch nicht fest", ergänzte Christine Babacé für die Grünen. 

Trotz der Vorgabe zum unverzüglichen Handeln hielt Wegener einen Einzug bereits im Jahr 2026 schon angesichts der erforderlichen Bauleitplanung, Ausschreibung, Planung und Umsetzung für utopisch: "2027 wäre gut."

Das zur Verfügung stehende städtische Grundstück umfasst neben der Halle (r.) auch die anliegende Grünfläche. Foto: Reese-Winne

Grünfläche neben der Halle steht mit zur Verfügung

Angesichts der knappen Grundstückverhältnisse ist die Vergabe des Projekts in eine Hand zu erwarten. Neben der Hermann-Allmers-Halle gehört der Stadt noch die bis an den früheren Schulhof der Gorch-Fock-Schule heranreichende Grünfläche. Hierauf beschränkt sich der Spielraum. In der Verwaltung wird bereits an der Umsetzung des Ratsbeschlusses gearbeitet.

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Maren Reese-Winne

Redakteurin
Cuxhavener Nachrichten/Niederelbe-Zeitung

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