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Vision des zukünftigen Fährhafens in Cuxhaven: Eine moderne Infrastruktur trifft auf innovative Möglichkeiten für den heimischen Tourismus.
Vision des zukünftigen Fährhafens in Cuxhaven: Eine moderne Infrastruktur trifft auf innovative Möglichkeiten für den heimischen Tourismus.
Nautischer Verein informiert

Cuxhavener Hafen vor großem Umbau: So soll der Fährhafen in Zukunft aussehen

von Jens Potschka | 27.10.2026 Zuletzt aktualisiert: 27.10.2026 18:32 Uhr

Im Cuxhavener Hafen kündigt sich eine spektakuläre Neuausrichtung an, die nicht nur für regen Betrieb sorgt, sondern auch unerwartete Herausforderungen mit sich bringt. Wie viel Potenzial birgt der Standort wirklich?

Mehr als 120 Besucherinnen und Besucher wollten am Montagabend wissen, wie sich der Cuxhavener Hafen in den kommenden Jahren verändert. Der Saal im siebten Stock des Havenhostels reichte nicht aus, etliche Gäste standen. Sonst blickt man von dort weit über den Hafen. An diesem Abend lag er bereits im Dunkeln zu Füßen der Veranstaltung. Arne Ehlers, Vorsitzender des Nautischen Vereins, eröffnete den Abend mit einem Satz, der die Stimmung traf: Cuxhaven erlebe derzeit "eine ziemlich einzigartige Entwicklung, die bundesweit und international Beachtung findet".

Ehlers: Cuxhaven in Poolposition

Bevor es im Detail um den Fährhafen und andere wichtige Hafenthemen ging, zeichnete Arne Ehlers ein durchweg optimistisches Bild der Cuxhavener Hafenentwicklung. Der Grund liege in der Geografie: Anders als die meisten alten Häfen, die mitten im Stadtgebiet liegen und dort an ihre Grenzen stoßen, könne sich Cuxhaven entlang der Elbe ungehindert ausdehnen, weil Stadt und Kurgebiete nach Westen, der Hafen aber nach Osten ausgerichtet seien. Hinzu komme der direkte Autobahnanschluss, der Schwerlasttransporte binnen weniger Minuten auf die Fernstraße bringe. Ein Standortvorteil, den laut Ehlers kein vergleichbarer Hafen in dieser Form bietet.

Vor allem aber verändere die Offshore-Windenergie die Rolle der Stadt grundlegend: Cuxhaven liege als nördlichster Punkt besonders nah an den Windkraftprojekten in der Nordsee und rücke dadurch, so Ehlers, "auf einmal in eine Poolposition". Auch die Finanzierung des Lückenschlusses an den Liegeplätzen 5 bis 7 wertete er als bundesweit einmaliges Modell aus Landes-, Bundes- und Privatmitteln, ohne das der Ausbau nicht zustande gekommen wäre. Sein Fazit: Cuxhaven verfüge inzwischen über einen der modernsten Häfen Deutschlands, und auch die Auftragsbücher der ansässigen Betriebe seien gut gefüllt.

Kapitän Arne Ehlers, Vorsitzender des Nautischen Vereins Cuxhaven, begrüßte die zahlreich erschienenen Gäste im Havenhostel und eröffnete den Abend mit einem Rückblick auf die historische Bedeutung des Cuxhavener Hafens.

Ringtausch schafft Platz für Neuwerk

Den größten Redeanteil zum Fährhafen übernahm Knut Kokkelink, Niederlassungsleiter von Niedersachsen Ports in Cuxhaven. Sein Ausgangspunkt: Das neue Mehrzweckschiff Neuwerk passt nicht mehr an den bisherigen Liegeplatz, zugleich braucht das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt mehr Fläche für seinen Umbau. Die Lösung ist ein Dreier-Tausch.

Das WSA erhält die bislang ungenutzte Fläche im Fährhafen und baut dort seinen neuen Bauhof. Niedersachsen Ports wird dafür im Gegenzug enteignet und erhält als Ausgleich den alten Bauhafen bei der Kugelbake. Diesen tauscht die Landesgesellschaft wiederum mit der Stadt gegen hafennahe Flächen, die sie touristisch entwickeln kann. Geplant sind am neuen Standort ein Liegeplatz für den Neubau der "Neuwerk", ein weiterer für den Seenotretter, ein Gastschiff sowie ein öffentlicher Weg bis zu einem Aussichtspunkt direkt am Fahrwasser. Flankiert wird dieser von drei frei zugänglichen Pavillons, die etwa gastronomisch genutzt werden könnten. Die Höhe des künftigen Damms soll bei etwa plus zehn Metern liegen. Heute liegt er bei plus vier.

Kritische Fragen zu Alternativen

Aus dem Publikum kamen hartnäckige Nachfragen zu möglichen Alternativstandorten, etwa im östlichen Fährhafen oder im Amerikahafen. Kokkelink erteilte beiden eine Absage. Die Fläche auf der Ostseite sei schlicht zu klein, zudem sei sie bei Hochwasser nicht zuverlässig erreichbar. Der gewählte Standort profitiert dagegen davon, dass die Zufahrt auf Höhe der Deichkrone verläuft. Auch dem Einwand, der höhere Damm gefährde den Hochwasserschutz, widersprach er deutlich: Seine Einschätzung gehe eher in die andere Richtung. Offen ist dagegen noch, wie die Zufahrt für Fahrzeuge die Wege für Fußgänger und Radfahrer sicher kreuzen soll. Eine ebenerdige Kreuzung gilt als unwahrscheinlich, über Lösungen wird noch nachgedacht.

Visualisierung der zukünftigen Entwicklung im Cuxhavener Fährhafen: Neue Infrastrukturen und moderne Bauwerke prägen das Bild einer zukunftsorientierten Hafenstadt. Hier die Perspektive von der Grimmershörnbucht aus gesehen.

Isheim: Cuxhavens Bauhof zu klein

Alexander Isheim vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Cuxhaven lieferte die Perspektive seiner Behörde. Im Vergleich mit den Bauhöfen anderer bundeseigener Mehrzweckschiffe sei der Cuxhavener Standort "der allerkleinste im Ist-Zustand". Benötigt wird eine Fläche von rund 80 mal 300 Metern, um Havariegeräte, Tonnen für die Fahrwassermarkierung der Elbe und weitere Spezialschiffe unterzubringen. Auch das Maritime Sicherheitszentrum mit dem Havariekommando sei inzwischen zu klein geworden. Für ein neues Betriebsgebäude am Alten Hafen stehen laut Isheim bereits 72 Millionen Euro im Bundeshaushalt 2027 bereit. Zieht der Bauhof von seinem jetzigen Standort an den Fährhafen, gibt es am alten Standort Platz für neue Arbeitsplätze.

Bauzeit und offene Fragen

Zum Zeitplan machte Kokkelink auf Nachfrage eine vorsichtige Prognose: Bis zur Genehmigung rechnet er mit den Jahren 2029 oder 2030, die eigentliche Bauzeit schätzt er auf drei bis dreieinhalb Jahre. Gebaut werden solle überwiegend von der Wasserseite aus. Das offizielle Planfeststellungsverfahren steht noch aus, eine strömungstechnische Untersuchung ist darin laut Kokkelink obligatorisch. Für Anwohner und Gewerbetreibende in der Grimmershörnbucht bleibt die Bauphase damit vorerst eine Frage mit vielen Unbekannten. Klarheit dürfte erst das Verfahren selbst bringen.

Der Fährhafen war an diesem Abend nur eines von mehreren großen Themen. Ebenfalls zur Sprache kamen die Sanierung der Aussichtsplattform Alte Liebe, die neuen Liegeplätze 5 bis 7 im Offshore-Hafen, zusätzliche Bahngleise für Autotransporte, der Lückenschluss am Neuen Fischereihafen, die geplante Schwerlastbrücke zum Industriegebiet F90 sowie ein Ausblick auf die in rund zehn Jahren anstehende Sanierung des Steubenhöfts im Amerikahafen. Über diese Projekte hat unsere Zeitung bereits berichtet und wird es weiterhin tun, sobald sich Neues ergibt.

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Jens Potschka

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